300 Jahre Geschichte. Viele Dokumente, tonnenweise Papier . In den Stadt- und Gemeindearchiven lagert alles, was aus der Vergangenheit erhaltenswert ist und später vielleicht einmal Grundlage für Chroniken und die Arbeit von Familienforschern und Historikern sein kann. In Breitengüßbach hat die Bearbeitung vor bald einem Jahr begonnen. Wie ist der aktuelle Stand?

Die Gemeinde Breitengüßbach ist eine der aktuell 19 Mitgliedskommunen beim Archivpflegeverein des Landkreises Bamberg. Christian Chandon, Geschäftsführer des Vereins und aktuell zuständig für die Arbeit in Breitengüßbach , war daher in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu Gast und gab einen Zwischenbericht ab.

Im April vergangenen Jahres sei er gestartet. Zunächst musste eine Bestandsaufnahme erfolgen - "das Archiv war wüst und nicht leer", so Chandon. Einen Tag die Woche ist er seitdem aktiv, ordnet, schafft Platz. Bereits zwei Tonnen Papier konnten entsorgt werden, größtenteils Belege und damit nicht archivwürdiges Material. Das Erhaltenswerte wurde nach Themen sortiert, seit Juli erfolgt die Ordnung der Altbestände - von 1720 bis in die 1970er Jahre.

Alte Rechnungen gereinigt

Auch einen Ausblick gab Chandon. Die verschmutzten und zum Teil verschimmelten Gemeinderechnungen von Unteroberndorf werden gereinigt, der Einheitsaktenplan in der Verwaltung soll wieder eingeführt werden und die Altakten sollen rekonstruiert werden. "Fertig wird ein Archiv nie, da immer wieder neue Inhalte dazukommen."

Das Thema Archivraum kam ebenfalls zur Sprache. Aktuell ist das Gemeindearchiv größtenteils im Dachgeschoss des Rathauses untergebracht. Der Raum sei grundsätzlich geeignet, das Raumklima aber problematisch. Ein Umbau wäre daher wünschenswert. Durch einen weiteren Ausbau des Dachgeschosses könnten auch die unbedingt benötigten zusätzlichen Räumlichkeiten geschaffen werden - aktuell sei 95 Prozent des vorhandenen Platzes belegt - mit rund 130 Regalmetern Akten im Archivraum und weiteren 80 Regalmeter Akten in der Registratur des Bauamtes . Insgesamt sind das circa 2500 Aktenordner.

Chandon erklärte, dass es wenige Gemeinden gäbe, die vom 18. bis zum 21. Jahrhundert eine derart dichte geschichtliche Überlieferung hätten. "Hier wurde viel aufgehoben - das älteste Stück ist von 1692, eine Gemeinderechnung." Im Staatsarchiv in Bamberg gäbe es zudem noch ältere Archivstücke, eine Anfrage hier laufe.

Kanal wird erneuert

Über den Bebauungsplan beziehungsweise den Vorbescheid zur Errichtung zweiter Photovoltaikanlagen hatte der Gemeinderat zu beschließen. Zunächst ging es um eine Freiflächenanlage westlich des Gewerbegebiets am Westring auf der anderen Seite der Autobahn. Hier möchte die Firma Ebitsch eine Anlage bauen. Einstimmig gab der Gemeinderat grünes Licht.

Die zweite Anlage soll zur Stromerzeugung für das Kies- und Betonwerk der Firma Andreas Schorr dienen und auf dem Gelände des ehemaligen Kieswerks der Firma Josef Porzner entstehen. Auch in diesem Fall war der Gemeinderat einstimmig dafür.

Rund 185 000 Euro wird die Gemeinde für die Erneuerung der Wasserhauptleitung sowie der Hausanschlüsse in der Gemeindestraße "Am Damm" inklusive Absperrarmaturen und Hydranten sowie die Anbindung des unter der Bahnstrecke durchlaufenden Dükers an die Hauptleitungen investieren.