Der 27. Januar wird in Deutschland, in Europa und international als Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg lädt alle Bürgerinnen und Bürger daher für den 27. Januar zu einem dezentralen Gedenken ein, um so ein sichtbares Netz des Erinnerns und für Menschlichkeit in Bamberg abzubilden.

Anlass ist die Erinnerung an den 27. Januar 1945, an dem der deutsche Lagerkomplex Auschwitz in Südpolen befreit wurde.

Auschwitz wurde zum Symbol für das millionenfache Morden der Nationalsozialisten an den europäischen Juden, aber auch zahlreicher anderer Opfer .

Dazu gehören auch Millionen verschleppte slawische Menschen, Zwangsarbeiter, Opfer medizinischer Experimente, außerdem viele Mutige im Widerstand gegen den Nationalsozialismus .

Zerstörtes Europa

Dieses Morden wäre ohne den 1939 vom Deutschen Reich vom Zaun gebrochenen Krieg nicht möglich gewesen. Dieser Krieg zerstörte Europa – und auch Deutschland. Am Ende war Europa ein Kontinent mit 60 Millionen Kriegstoten und 20 Millionen entwurzelter, vertriebener, flüchtender Menschen.

Weil ein Krieg dieses Ausmaßes nicht einfach endet, herrschte weiterhin Hass, Gewalt, Rache, Vertreibung, Hunger, Vergewaltigung, Willkür und Entwurzelung. Europa war auch ein Kontinent voller traumatisierter Kinder.

Erinnern und Gedenken sind vielfältig und an verschiedenen Orten möglich. Die „Stolpersteine gegen das Vergessen“, die Gedenktafeln an der Unteren Brücke und das Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage bieten sich an. Religionsgemeinschaften, Schulen, (Bürger-)Vereine können individuelle Zeichen des Erinnerns innerhalb ihrer Räumlichkeiten setzen, Windlichter in Fenster stellen sowie individuelle Gedenkakte gestalten.

Gedenken dokumentieren

Stolperstein-Pflegepatinnen und -paten sind eingeladen, die „Stolpersteine gegen das Vergessen“ in Bamberg , sowie in Trabelsdorf, Lisberg und Hirschaid zu pflegen und zu schmücken. Darüber hinaus sind Bürgerinnen und Bürger zum Konzert „Lebensmelodien“, am 5. Februar um 17 Uhr in den Hegelsaal der Konzerthalle eingeladen.

Wie in den vergangenen Jahren möchte die Willy-Aron-Gesellschaft das dezentrale Gedenken dokumentieren. Es wäre daher schön, wenn geschmückte Stolpersteine, verlesene Texte, Gedanken, Liedtexte oder Zeichnungen dokumentiert und der Willy-Aron-Gesellschaft zur Veröffentlichung via E-Mail an m.bocksch@willy-aron-gesellschaft.de zur Verfügunggestellt werden. red