Nach der Kanalsanierung ist vor dem Straßenumbau: Der aktuelle Belag der Magdalenenstraße ist nur provisorisch und Zwischenstation im Sanierungsfahrplan für den Geisfelder Ortskern. Wie schon im September von der Gemeindeverwaltung angedacht und ausgetüftelt, sind einige strukturelle Korrekturen geplant - und wurden jetzt in einem detaillierten Vorentwurf vom beauftragten Ingenieurbüro vorgestellt.

Zur Abstimmung standen Mitte März konkretisierte Baumaßnahmen , die der Dorfmitte nachhaltig Entspannung bringen sollen. Oberste Priorität hat demnach die Gefahrenzonen-Beseitigung: So könnte zum Beispiel der gepflasterte Bereich vor dem Haus an der Kreuzung Magdalenenstraße/Litzendorfer Straße zurückgebaut, der Parkplatz aufgelöst und der Weg dahinter deutlich sichtbar als einzig sicherer Fußgänger-Bereich gekennzeichnet werden.

Bushaltestelle soll barrierefrei werden

Um Fußgänger nicht zum Gang auf gefährliches Terrain zu verführen, würden zusätzliche Schmal-Flächen zwischen Häusern und Straße entsiegelt und begrünt werden - Problemzonen, die ohnehin niemals als Gehwege vorgesehen waren. Die zu Beginn der engsten Geisfelder Kurve stationierte Bushaltestelle gegenüber der Metzgerei könnte ebenfalls aus Platz- und Sicherheitsgründen ans Ex-Feuerwehrhaus verlegt und nach den neuesten Regularien barrierefrei angelegt werden. Für die neuralgische Stelle an der Bachwiesenseite wäre demnach die Erweiterung der Straße angesagt, um dafür Platz für einen breiteren Gehweg an der gegenüberliegenden Seite zu gewinnen.

An der Kirche - und auch hinten am Sportplatz - schlägt der Planer außerdem Querungshilfen vor: Übergänge für Fußgänger , die zur Sicherheit außerdem Entschleunigung bringen könnten. Weil sie gegenüber dem staatlichen Bauamt als weitere Argumente fürs angestrebte Tempo 30 im Ortskern trotz Staatsstraßen-Status dienen.

Laut Vorausschau kann das komplette Projekt in drei Bauabschnitte aufgeteilt werden. Im Teil eins von Bamberg kommend bedeute das mit Angleichung der Wasserrinne auf der rechten Seite verhältnismäßig wenig Bauaufwand. Als Teil zwei gelte dementsprechend der Abschnitt an der Kreuzung Litzendorfer Straße, startend mit mehr Details und größerem Aufwand. Im Bauabschnitt Nummer drei soll der Teil Richtung Ortsausgang Leesten beackert werden: Dort kommt zu strukturellen Aufgaben die mehrschichtige Vollrenovierung des Straßenbelages aufgrund maroden Zustands hinzu.

Im Fahrplan bedeutet das den Baustart fürs erste Stück noch im Sommer 2021 mit jeweils nur halbseitiger Sperrung und die beiden Problem-Abschnitte dann quer durchs Jahr 2022 und mit erneut unvermeidlichen Umleitungs-Komplikationen. Letzteres Unterfangen würde laut Schätzungen minimal ein halbes, maximal ein Dreivierteljahr dauern und könnte eine erneute Vollsperrung von circa zweieinhalb Monaten bedeuten.

Kostenmäßig soll auch gestückelt werden: Arbeiten auf und an der Magdalenenstraße und alle Rinnen im Bereich Magdalenenstraße können vom Bund übernommen werden. Alle Nebenanlagen wie Verbesserungen rund um Bushaltestellen, Gehwege und Angleichungen an Grundstücke wiederum muss die Gemeinde tragen. Nach konkreter Aufschlüsselung wird das Projekt demnach 980 000 Euro kosten, wovon 590 000 vom Staat und 390 000 von der Gemeinde kommen sollen.

90 000 Euro für Glasfaser

Noch nicht eingerechnet ist da das Thema Glasfaser-Kabel, wofür parallel zu den anderen Arbeiten Leerrohre verlegt werden: Das würde noch einmal 90 000 Euro kosten - die ebenfalls die Kommune zahlen müsste.

Kleines Dilemma am Rande: Die Querungshilfe an der Kirche mündet in der aktuellen Planungssituation auf der einen Seite in den Kirchplatz und auf der anderen in eine durchwachsene Besitz-Situation. So gehört das teilweise notwendige Grundstück vor dem gegenüberliegenden Privathaus zwar der Gemeinde, die abschließende Mauer zum Gehweg allerdings dem Hausbesitzer.

Die Geisfelder Gemeinderätin Jasmin Uzelino moniert, dass ohne Rücksprache mit dem Eigentümer vorgeplant wurde. Die Gemeindeverwaltung kontert, dass dies zum gewöhnlichen Procedere gehöre. Erst wenn der aktuelle Vorentwurf von den Räten akzeptiert würde, dann folge das Gespräch mit Eigentümern, die in der nächsten Phase auch widersprechen dürften.

Für die Platzierung der Querungshilfe gibt es laut fachlichem Rat vom planenden Ingenieur allerdings kaum Alternativen: Bei einer Verschiebung Richtung Kreuzung Litzendorfer Straße mündete die Querungshilfe dann in nicht auflösbare Parkplätze - und in der anderen Richtung läge sie zu nah an der heiklen Kurve.

Der komplette Vorentwurf für die dreiteilige Maßnahme wurde trotz Diskussion vom gesamten Gemeinderat abgesegnet. In die folgende Entwurfsplanung können nach den jetzt folgenden Gesprächen mit Eigentümern von notwendigen Flächen Änderungsvorschläge eingebaut werden, die dem Gemeinderat mit finaler Kostenberechnung im nächsten Schritt vorgelegt werden.

Geisfeld drängt auf Westumgehung

Weil Baumaßnahmen im Ort den Verkehr beruhigen, aber nicht draußen halten, strebt Geisfeld weiter nach einem schnelleren Vollzug der angedachten Westumgehung. Auf erneutes Nachhaken aus dem Gemeinderat bleibt es laut Erstem Bürgermeister Wolfgang Desel beim Zeitplan, der im Februar 2020 festgelegt wurde. Demnach kann der konkrete Bau erst nach Schaffen des Baurechts starten und wird voraussichtlich Ende 2022 beginnen.

Als formaler Startschuss fürs Projekt Westumgehung gilt die Gemeinderatssitzung am 19. April mit der Aufstellung des inzwischen erarbeiteten Bebauungsplanes.

Im Anschluss soll der Entwurf - wenn vom Gremium abgesegnet - zum ersten Mal öffentlich ausgelegt werden.