Die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien unter dem Motto "Vergessenen Kindern eine Stimme geben" findet jährlich statt und ist in den Zeiten einer Pandemie von noch größerer Bedeutung als zuvor. In der Woche vom 14. bis 20. Februar soll das Thema besonders in den Fokus rücken. Allein in Deutschland erlebt etwa jedes 6. Kind Sucht in der Familie und viele dieser Kinder wachsen in einer Atmosphäre von Unsicherheit und Angst auf, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Landratsamt.

Suchtbelastete Eltern sind aufgrund ihrer Erkrankung nicht immer ausreichend in der Lage, ihren Kindern Zuwendung und Unterstützung mit der Beständigkeit und Zuverlässigkeit zu geben, wie Kinder dies zum gesunden Aufwachsen bräuchten. Starke Stimmungsschwankungen und unberechenbares Verhalten beispielsweise belasten die Kinder und können sie auf Dauer in ihrer Entwicklung stark beeinträchtigen. Auch ist in Studien erwiesen, dass Kinder aus suchtbelasteten Familien mit erhöhter Wahrscheinlichkeit später selbst eine Suchterkrankung oder eine andere seelische Störung entwickeln.

Durch die anhaltenden Kontaktbeschränkungen und Lockdowns sind viele Familien zusätzlich unter Stress, was bei einigen zu einem vermehrten Konsum und Konflikten beiträgt. Eine Studie zeigte bereits im April 2020, dass der Alkohol- und Nikotinkonsum unter den Befragten seit Beginn des ersten Lockdowns angestiegen war. Besonders gefährdet für Konsumsteigerungen sind nach dieser Studie Personen, die bereits vor den Beschränkungen regelmäßig Alkohol getrunken haben. Damit lässt sich das noch gestiegene Risiko für Kinder- und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien unschwer erkennen. Deshalb ist es noch wichtiger, hinzuschauen und Hilfe anzubieten oder einzuschalten. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen von uns, aber auch in der Verantwortung der professionellen Hilfe wie etwa den Beratungsstellen , niedrigschwellige Angebote vorzuhalten. Die wichtigsten Anlaufstellen in Bamberg hierzu sind die Suchtberatung des SkF Bamberg und die Erziehungsberatungsstelle der Caritas . Beide Stellen bieten eine kostenlose, unabhängige und auf Wunsch anonyme Beratung für Betroffene und Angehörige .

Beratungsangebot

Über die Beratungsstelle Kinder, Jugendliche und Eltern können Eltern , Angehöri-ge, Jugendliche auf der Onlineplattform unkompliziert Fragen stellen und sich beraten lassen (https://beratung.caritas.de/eltern-familie/registration?aid=1138). Am 23. Februar von 13 bis 14.30 Uhr bietet die Beratungsstelle eine kostenfreie und anonyme Telefonberatung an: Direkt oder indirekt Betroffene erhalten ein erstes fachliches Clearing zu ihren Fragen rund um das Thema "Kinder aus suchtbelasteten Familien ". Interessierte erfahren mehr unter Telefon 0951/2995730.

Die Suchtberatung Bamberg bietet in ihrer offenen Sprechstunde jeden Mittwoch von 8 bis 10 Uhr telefonische Kurztermine ohne Voranmeldung an. Weitere Infos zum Thema Kinder aus suchtbelasteten Familien gibt es während der Aktionswoche auch auf der Facebook-Seite der Suchtberatung : https://www.facebook.com/Suchtberatung/.

"Schulterschluss" ist ein Verbund von Vertretern aus dem Erziehungs-, Gesundheits-, Suchthilfe- und Jugendhilfesystem und hat zum Ziel, den fachlichen Austausch zu fördern und die Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit suchtkranken Eltern in der Region Bamberg weiter zu verbessern. Ein Projekt, das hier unter der Trägerschaft der Caritas Bamberg in Kooperation mit Wilde Wurzeln e. V. entstand, ist die Gruppe "Wildfang" für Kinder von 8 bis 12 Jahren. Infos und Anmeldung über die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern . red