Ulrich Spörlein – auf der Theaterbühne als der „Uli“ bekannt – hat ein neues kulturelles Kapitel aufgeschlagen. Der 63-Jährige leitete eine mehrstündige Wanderung, wobei er durch exaktes Datenmaterial und durch „G’schichtla“ beeindruckte.

Es werden nicht die zwölf Kriege , die Strullendorf erleben musste, im Gedächtnis bleiben, sondern viele Ereignisse, die das Strullendorfer Original auch live miterlebte, darunter das „Booch“-Fest (1994) und drei Jahre später die 750-Jahr-Feier mit dem Theater „Sancte Laurenti“. Da staunten selbst so Strullendorf-Kenner wie Ehrenringträger Josef Koch, Bürgermeister Wolfgang Desel sowie Dritte Bürgermeisterin Irene Loch nicht schlecht, als der „Uli“ von dramatischen Rettungsaktionen am alten Bach-Lauf berichtete. Er erzählte auch abenteuerliche Ski-Geschichten am Kairoth, und dann folgte beim Rundgang ein ganz besonderes Highlight. Richard Wiesneth wartete mit dem Schlüsselbund an einem in den Rätsandstein gehauenen Keller. Zehn Meter unter der Erdoberfläche wurden hier Hausbräu-Bier und Eingemachtes gekühlt und gelagert. Als Wiesneth von der Errichtung dieser Keller berichtete und das Jahr 1752 nannte, kam schon eine gewisse Bewunderung auf. Natürlich ging Spörlein auch auf Geschichtliches ein, als Beispiel sind die Strullendorfer Nikolauskapelle (aus dem Jahr 1430) oder die Amlingstadter Pfarrkirche zu nennen, doch das „ Salz in der Suppe “ waren die Live-Erlebnisse wie das Sägewerk Essel in Amlingstadt. „Kultfigur“ Ernst öffnete das Werkstatt-Stübla und erzählte viele „G’schichtla“ oder die Schleifmühle in Wernsdorf (bis 2010 in Betrieb), da ließ Siegfried Karmann nochmals die Mühle und das Wasserrad laufen. Über Rossdorf ging es zurück nach Strullendorf zur (ehemaligen) Wiesneth-Mühle.

Das Fazit von Bürgermeister Wolfgang Desel trifft den Nagel dieser Premiere auf den Kopf: „Eine gelebte Mischung aus Vergangenheit , Gegenwart und Leidenschaft für unsere Region, Erlebnis pur!“ Auch die nächsten Termine stehen schon fest: heute, Freitag, und Samstag, 18. September.