Corona hat Wunden in das Tourismusangebot der Stadt geschlagen. Doch so langsam, so ein Fazit zu der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung , Tourismus und Wirtschaft, hofft man auf einen Aufwärtstrend.

50 Minuten sollte er dauern, der öffentliche Sitzungsteil in der Stadthalle . Unter Leitung der Zweiten Bürgermeisterin Sabine Rießner, die Bürgermeister Andreas Hügerich vertrat, kam es auch nach einem Jahr Unterbrechung wieder zu einem „Sachstandsbericht Tourismus“. Der Grund: Die Lockdowns vergangener Zeiten brachten zeitweise Schließungen der Gastronomie, der Freizeiteinrichtungen oder gar Beherbergungsverbote für Gäste aus Risikogebieten mit sich.

Besonders ein Vergleichswert sollte zeigen, wie Corona sich auswirkte. Citymanager Steffen Hofmann zitierte dabei unter anderem einen für Franken erhobenen statistischen Vergleich der Übernachtungszahlen zwischen 2019 und 2020. Von nahezu 23 Millionen Übernachtungen sank der Wert da auf rund 13,3 Millionen. Ein ermittelter Wert, der sich auf Lichtenfelser Verhältnisse runterbrechen ließ, denn aus den 130.000 Übernachtungen 2019 wurden im Folgejahr knapp 59.000.

Neue Schilder für Wanderwege

Wirkliche touristische Angebote wurden erst wieder im Mai 2021 möglich und überdies fand weder ein Korbmarkt noch ein Weihnachtsmarkt statt. Damit war Hoffmann in seinen Ausführungen bei der Talsohle angelangt, ab jetzt nahm sich sein Bericht freundlicher aus. Was dazu beitragen sollte, ist die geplante baldige Neubeschilderung der Wanderwege im Landkreis. Hierbei geht es um eine bessere Orientierung und einen einheitlichen Auftritt im Verbund mit anderen Landkreisen wie Bayreuth, Kronach oder Bamberg. Tatsächlich sei die uneinheitliche Beschilderung in Wandererkreisen mancherorts durchaus erwünscht.

Was noch zu Verbesserungen rund um den Tourismus beitragen soll, ist eine bessere Aufschlüsselung und Nutzbarmachung von erhobenen Gästedaten. Beispielsweise denen, aus welcher Region die Flechtkursbuchungen kommen. „Wir sind auch dabei, unser Gastgeberverzeichnis zu überarbeiten und neu rauszubringen“, schloss Hofmann seine gut 20-minütigen Ausführungen und nannte sie, die auch einen Bogen zum Thema Bewerbung der Korbstadt spannten, eine „kleine Präsentation“.

Dann ging es auch um Geld und um die Frage, ob sich manche Kosten auf Besucher umlegen ließen, ähnlich wie bei einer Kurtaxe. Immerhin haben Besucher nach zwischenzeitlicher Schließung nun seit dem 11. März wieder Zugang zu einer Fossiliensammlung im Oberen Tor und auch der auf Höhe des Stadtschlosses liegende Rote Turm soll innerhalb der nächsten zwei Jahre mit einer Ausstellung versehen werden. Alles verbunden mit Kosten.

Besucher an Kosten beteiligen?

Dem Gedanken an eine solche Taxe stand Hofmann während der Sitzung zwar ablehnend, aber nicht rigoros ablehnend gegenüber. „Die Erhebung einer solchen Art Taxe ist abhängig von den Übernachtungszahlen und aktuell ist es nicht möglich, eine solche Taxe zu verlangen.“ Auch der Islinger Stadtrat Roland Lowig meldete sich zu Wort und hielt fest, dass aus seiner Sicht und für die städtische Seite aus „die Sternwarte zu wenig betrieben wird“. Hier intervenierte Rießner sofort und gab zu bedenken, dass die Sternwarte ehrenamtlich betrieben wird, von gutem Wetter abhängig ist und sich ein solches schwer planen lasse. Doch Lowig zeigte sich hartnäckig und so ließ Rießner seine Idee notieren.

Doch über alledem sollte als Ereignis noch etwas anderes schweben – das Projekt Cisterscapes und der aus ihm resultierende Weg der Zisterzienser. Es handelt sich um ein in mehrere europäische Länder hineinragendes Gemeinschaftsprojekt, welches betonen will, wie kulturell und landschaftlich prägend dieser Orden war. Ein Gedanke, der auch Früchte für den Tourismus mit sich bringen soll. So wie den 5000 Kilometer langen Kulturwanderweg, der Klöster und Landschaften des Netzwerks Cisterscapes verbindet. Ende Mai soll es bei Klosterlangheim zur feierlichen Eröffnung des ersten Teilabschnitts der auf bayerischem Boden liegenden Strecke kommen.