Eine Gestaltungsfibel für den Ortskern Burgebrachs hat der Marktgemeinderat jetzt beschlossen. Private Eigentümer von Anwesen im Sanierungsgebiet werden durch Programme der Städtebauförderung bei Sanierungsmaßnahmen oder Umnutzungen unterstützt.

Mit der Fibel haben sich die Verantwortlichen im Vorfeld intensiv auseinandergesetzt und diese mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt, so Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk. Die Richtlinien sind nicht verpflichtend. Werden sie jedoch eingehalten, können Fördermittel der Regierung und des Marktes Burgebrach gewährt werden. Der Antrag ist beim Markt Burgebrach zu stellen. Bereits im Vorfeld gibt es einige Interessenten für Sanierungsmaßnahmen.

Der Architekt Werner Heckelsmüller des Büros msh Stadtplanung GbR aus Altdorf bei Nürnberg zeigte dem Marktgemeinderat mit eindrucksvollen Bildern wertvolle historische Bausubstanz. Ziel sollte es sein, die Identität und den ursprünglichen Charakter zu erhalten. Architektur bedeute Heimat – sie sollte bei der Neunutzung und Wiederbelebung der Anwesen im Ortskern beständig sein, so Heckelsmüller.

Markt kann über Budget entscheiden

Mit dem Programm werden Anreize geschaffen, ortstypische und qualitativ hochwertige Baumaterialien zu verwenden. Förderungen sind bereits bei Kleinstmaßnahmen wie der Auswechslung der Haustür möglich. Die möglichen höheren Kosten können gefördert werden. Vor jeder Maßnahme muss zwar eine städtebauliche Beratung vereinbart werden, die für den Bauherrn jedoch kostenlos ist.

Nach Fertigstellung der Gestaltungsfibel wird jeder Haushalt, der im Sanierungsgebiet liegt, ein Exemplar erhalten, so Maciejonczyk. Der Markt Burgebrach verfügt über ein Budget von der Regierung von Oberfranken und kann bei Einhaltung der Richtlinien frei über die Fördermittel verfügen. Das Verfahren zur Gewährung von Geldern hat sich damit von Grund auf vereinfacht.

Zu der Gestaltungsfibel beschloss das Gremium auch die Werbeanlagensatzung für das Sanierungsgebiet, deren Vorgaben verpflichtend eingehalten werden müssen.

Neues Bauland für Familien

Aufgrund des hohen Bedarfs an Wohnbauland – vorwiegend von einheimischen jungen Familien – wurden zahlreiche Bauleitpläne auf den Weg gebracht: Den Bebauungsplanentwurf „Dietendorf-Nord“ stellte Dipl.-Ing. Jörg Meier vom beauftragten Ing. Büro Höhnen & Partner Ingenieuraktiengesellschaft, Bamberg, vor. Mit Anbindung an die Flurstraße in Dietendorf – teilweise auch über die Ortsdurchfahrt Dietendorf – werden 17 Wohnbaurechte auf landwirtschaftlichen Flächen geschaffen.

Im Vorfeld hat eine artenschutzrechtliche Prüfung ergeben, dass Ausgleichsflächen erforderlich werden, die nördlich des Baugebiets vorgesehen sind. Das abfließende Oberflächenwasser der nördlich gelegenen landwirtschaftlichen Fläche soll bei Starkregen im Norden und Westen über eine in Privateigentum eingearbeitete Mulde abgeleitet werden.

Im Südosten von Dippach werden in Abstimmung mit den ortsansässigen Interessenten sechs Wohnbaurechte im Bebauungsplan „Steinrödel, Dippach“ ausgewiesen, die über die vorhandene Zufahrt und einem Wendehammer erschlossen werden. Im Südosten von Mönchsambach, angrenzend an die vorhandene Bebauung, entstehen im Bebauungsplan „Bodenäcker, Mönchsambach“ fünf Wohnbaurechte, deren Größe und Anordnung ebenfalls mit den bauwilligen Interessenten geplant wurden. Die Planungsaufträge für die beiden Bebauungspläne wurden an die Firma Valentin Maier Bauingenieure AG, Höchstadt a. d. Aisch, vergeben.

Um die Entstehung weiterer Baulücken zu vermeiden, hatte der Markt Burgebrach im Vorfeld die Flächen gekauft. Die Erwerber verpflichten sich, innerhalb von fünf Jahren ein Wohnhaus zu errichten.

Die Planung zur Errichtung einer Wohnanlage mit 28 Wohneinheiten in der Steigerwaldstraße 9 stellten Matthias Bornhofen, Architekt, und Maximilian Göbhardt, Projektentwickler der Fa. GP Grund Projekt Verwaltung GmbH, Bamberg, im Marktgemeinderat vor. Wegen der Bedeutung des Projekts hatte Bürgermeister Maciejonczyk das komplette Gremium eingebunden, obwohl für Baumaßnahmen grundsätzlich der Bau-, Grundstücks- und Umweltausschuss zuständig ist.

Gremium stimmt der Wohnanlage zu

Das ca. 1500 Quadratmeter große Grundstück liegt im Geltungsbereich des Historischen Ortskerns Burgebrach unmittelbar neben dem Einkaufsmarkt an der Steigerwaldstraße. Das vorgesehene Gebäude teilt sich in zwei Baukörper und soll in der Mitte erschlossen werden. In drei Vollgeschossen sind jeweils acht Wohnungen geplant, in das obere zurückgesetzte Staffelgeschoss vier Wohneinheiten. Die einzelnen Wohnungen haben eine Nord-Süd-Ausrichtung. Der ruhigere Teil im Süden ist über Laubengänge erschlossen.

Die Einzelappartements mit ca. 35 Quadratmetern werden vorwiegend von Mitarbeitern ortsansässiger Firmen benötigt. Für jede Wohnung kann ein Stellplatz zur Verfügung gestellt werden.

Nach eingehender Diskussion stimmte man dem Bauvorhaben mehrheitlich zu, nachdem im Vorfeld von den Nachbarn Zustimmung signalisiert worden war. red