„Liebe macht blind“, dies gilt mitunter nicht nur im mitmenschlichen Zusammenleben, sondern vor allem in den jetzigen Tagen auch für das Tierreich – insbesondere das Rehwild. Denn deren Paarungszeit hat begonnen, und der Rehbock treibt dabei die brunftige Geiß durch den Wald und die Felder. Das zeitigt Gefahren für die Autofahrer .

In der gegenwärtigen Jahreszeit , von Mitte Juli bis Mitte August, ist also ein besonderes Schauspiel in der Natur zu beobachten, denn es ist „Rehbrunft“. Das weibliche Rehwild sondert dabei Duftstoffe ab und signalisiert damit ihren männlichen Artgenossen, den Rehböcken, ihre Paarungsbereitschaft. Wird dies vom Rehbock wahrgenommen, treibt er die Geiß so lange vor sich her, bis diese die Paarung zulässt. Dabei entstehen dann die häufig zu sehenden Verfolgungsjagden, die teilweise über Kilometer hinweg gehen. Werden diese kleinräumiger, erfolgt dieses Geschehen in einem engen Kreis, wobei, wenn dies im hohen Gras oder Getreidefelder vonstattengeht, durch das Niedertrampeln des Grases oder das Umbrechen der Halme diese runden Formen von der Jägerschaft als „Hexenringe“ bezeichnet werden.

Zu jeder Tages- und Nachtzeit

Deshalb ist das Rehwild gerade jetzt so stark in Bewegung wie in keiner anderen Jahreszeit und überquert dabei auch häufiger als sonst die Wege und Straßen. Dies kann zu jeder Tages- und Nachtzeit geschehen. Damit steigt natürlich auch die Gefahr von Wildunfällen deutlich an. Deshalb bittet der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins von Lichtenfels , Michael Ament, alle Verkehrsteilnehmer , dort wo Verkehrsschilder besonders starke Wildwechsel signalisieren, vorsichtig und vorausschauend zu fahren. Zu beachten gilt dabei auch, dass es in den jetzigen Sommermonaten meist die Regel ist: „Ein Reh kommt selten allein“, denn man muss immer mit einem zweiten rechnen, das aus dem Wald austritt oder über die Straße springt. Dies sollten auch diejenigen Freizeitsportler beachten, die mit dem Fahrrad auf Waldwirtschaftwegen unterwegs sind.

Unfallstelle sichern

Sollte es dennoch einmal gekracht haben, muss zuallererst eine Personengefährdung ausgeschlossen und die Unfallstelle gesichert werden. Dann sollte man die Polizei verständigen, die ihrerseits auch den örtlichen Jäger informiert, um gegebenenfalls einem verletzten Tier nachzusuchen. In diesem Zusammenhang kann dann auch dem Unfallbeteiligten die entsprechende Bestätigung für die Versicherung ausgestellt werden.

Vor allem in der jetzigen Jahreszeit „bremsbereit“ sein, lautet deshalb der Appell der Jägerschaft an die Autofahrer .