Wichtige Weichen für eine lebenswerte Zukunft in der Gemeinde Stegaurach hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gestellt: Ein ein Hektar großes Waldstück soll mit 3050 Bäumchen klimastabil aufgeforstet werden, der Spielplatz an der Kornstraße ist fertig geplant und die Friedhofsgebühren sind nach 1997 nun neu festgelegt worden.

Vergangenes Jahr musste Forstamtmann Stefan Müller , der unter anderem das Forstrevier der Gemeinde Stegaurach betreut, feststellen, dass eine ein Hektar große Fläche des Gemeindewaldes am Radweg Richtung Frensdorf links (an der Kreisstraße zwischen Waizendorf und Obergreuth) stark vom Borkenkäfer befallen war. Die Hälfte des Baumbestandes, vorrangig Fichten, musste daher im Herbst 2020 gefällt werden. Im März 2021 wurde es offensichtlich, dass auch der Rest der Fichten befallen war, so dass weiter gerodet werden musste und die Fläche nun fast kahl ist. „Wir wollen den Schaden mit Verstand beheben“, stellte Erster Bürgermeister Thilo Wagner (FW-FL) vor den Räten fest. Nach ausführlichen Erläuterungen von Förster Müller beschloss der Gemeinderat einstimmig, dafür 10 000 Euro an Haushaltsmitteln bereitzustellen. Insgesamt besitzt die Gemeinde Stegaurach Waldflächen von 7,2 Hektar.

Viele verschiedene, insbesondere klimastabile und wärmeresistente Baumarten , sollen angepflanzt werden, so Förster Müller. Er sprach von neun Baumarten , etwa Eichen, Rotbuchen, Weißtannen und Vogelkirschen, die mit dem vorhandenen tonigen und lehmigen Boden gut zurechtkämen. Am Rande des Waldgebietes ist mindestens ein Feuchtbiotop geplant sowie weitere Trockenbiotope. Greifvogeljulen und Hähertische sollen zudem die Waldaufforstung unterstützen. „Die Greifvögel jagen die Mäuse, die kleine Pflanzen gerne annagen, und der Eichelhäher ist der beste Waldbauer. Er pflanzt mehr Eicheln, als wir Förster es jemals könnten“, erklärte Müller die Zusammenhänge. Für die Waldanpflanzung sind gut 3000 Pflanzen vorgesehen. Mit Materialkosten für die Pflanzungen und den Zaunbau fallen gut 8000 Euro Kosten an. Die staatliche Förderung beträgt über 9000 Euro, so dass ein Plus von 1313 Euro aufläuft. Auch bei den weiteren Kosten für Julen, Biotope usw. errechnet der Förster ein Plus. Dieses könne zudem noch wachsen, da das Anpflanzen des Waldrandes als Bürgerinitiative und Schüleraktion denkbar ist. Rektor der Grund- und Mittelschule Altenburgblick Claudio Pütz zeigte sich von dieser Idee bereits begeistert.

Neuer Kornblumen-Spielplatz

Die Planungen für den Spielplatz im Bereich Kornstraße/Georg-Achziger-Ring wurden dem Gremium anschließend vorgestellt. Im Vorfeld hatte es bereits mehrere Treffen mit interessierten Bürgern gegeben. Der Gemeinderat hat im vergangenen November außerdem einen Beschluss über die Größe des Spielplatzes gefasst, der nun flächenmäßig verkleinert wird. „Es wird immer noch einer der größten Spielplätze in der Gemeinde Stegaurach werden“, betonte Bürgermeister Wagner. Maximal 150 000 Euro hat die Gemeinde Stegaurach für den Spielplatz bereitgestellt. Das Planungsbüro kalkuliert im Moment mit 124 000 Euro, da durch Eltern- und Bürgerengagement bei Pflanzungen Einsparungen zu erwarten sind.

Die Kornblume soll sich als Symbol durch den ganzen Spielplatz ziehen, der mit seinen Sitzgelegenheiten frühestens ab Frühjahr 2022 auch gut als Begegnungsstätte für das umliegende Viertel genutzt werden könne, so Wagner. Geplant sind ein Kleinkindbereich mit Sand- und Matschbereich, ein Kletterturm mit Rutsche, Schaukeln, ein Klettermikado sowie eine Beschattung mit Bäumen und Sonnensegeln. Mit zwei Gegenstimmen winkten die Gemeinderäte die Spielplatzplanungen durch.

Mit dem nächsten Tagesordnungspunkt beschloss der Gemeinderat mit einer Gegenstimme, die gemeindliche Friedhofsgebührensatzung neu zu erlassen. Kämmerin Heike Wächtler stellte die Gebühren vor, die letztmals 1997 kalkuliert wurden und 2001 im Zuge der Euroumstellung angepasst wurden. Nach dem Neubau der Aussegnungshalle in Stegaurach und dem zusätzlichen Angebot vieler moderner Bestattungsformen wurde die Neukalkulation nun dringend. „Wir haben die Gebühren politisch und verträglich festgesetzt“, erläuterte Bürgermeister Wagner. Man habe dazu auch einen Vergleich zu den Gebühren der Nachbargemeinden angestellt. Für eine Beerdigung im Grab ohne Tieferlegung sind somit ab 1. Juni 700 Euro fällig, für eine Urnenbeisetzung 220 Euro. Die jährlichen Grabnutzungsgebühren für ein Einzelgrab belaufen sich auf 30 Euro, für ein Urnenerdgrab auf 25 Euro. Bei Letzterem ist die Pflege durch den Bauhof eingerechnet. Die Friedhofsgebührensatzung veröffentlicht die Gemeinde Stegaurach im Amtsblatt und auf der Homepage.

Ortsverein in Unteraurach

Die Vereinsgründung der Dorfgemeinschaft Unteraurach nahm der Bürgermeister wohlwollend zur Kenntnis. Beim Stand zu einem Neubaugebiet in Waizendorf konnte Wagner auf Nachfrage nichts Neues verkünden. Sobald es die Corona-Lage zulasse, wolle man eine Versammlung einberufen. Die Zufahrt zum neuen Sportplatz in Waizendorf soll der Bauhof demnächst links und rechts aufschottern.