In den vergangenen Monaten wurde coronabedingt die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) in Bamberg überwiegend telefonisch bzw. per Internet gewährleistet. Inzwischen sind am

neuen Standort der EUTB Bamberg aber auch persönliche Termine mit Roman Kollar und Elisabeth Seemüller möglich: In der Hellerstraße 13 befinden sich die zwei barrierefrei fertig gestellten Räume samt Foyer. Hier wird die Beratung ausschließlich von Betroffenen für Betroffene (Peer Counseling) geleistet, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Die EUTB, gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales , berät im Vorfeld der Beantragung von Leistungen alle Menschen mit Behinderungen , von Behinderung bedrohte Menschen sowie deren Angehörige und Vertraute kostenlos und bundesweit in allen Fragen zur Rehabilitation und Teilhabe. Die EUTB Bamberg war in der Schützenstraße 27 beheimatet. Nach dem Trägerwechsel am 1. September 2020 von Leuchtfeuer e.V. zum Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. (ZSL) wurden zentraler gelegene Räume gesucht und in der Hellerstraße 13 gefunden. Während die Agentur für Arbeit, das Jobcenter sowie Stadt und Landkreis Bamberg Ratsuchende an die EUTB weiter verweisen, sei das Interesse von Kranken- und Rentenversicherung in diesem Bereich leider noch sehr unterentwickelt, berichten die Mitarbeiter der Teilhabeberatung. Ein wichtiges Thema in Bamberg sind fehlende barrierefreie Wohnungen: Es sei noch viel zu tun, wenn Menschen – ob alt oder jung, mit oder ohne Einschränkungen – sich gegenseitig besuchen wollen. Ebenso seien noch zu wenige Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen vorhanden – in der Privatwirtschaft wie auch Behörden.

Vorteile der Integration

Kollar und ZSL-Vorstand Jürgen Ganzmann betonen die gesellschaftlichen Vorteile der Integration: Menschen mit Behinderungen haben Freude sowie rentenrechtliche Absicherung und die Arbeitgeber profitieren von den Kompetenzen und finanziellen Förderungen. Laut Ganzmann liegt mit 17 Prozent der Anteil an Menschen mit Behinderungsgrad in Oberfranken deutlich über dem Prozentsatz in Mittelfranken . Handlungsbedarf hätten alle Gemeinden inklusive Ärzte und Händler wie Bäcker, Metzger, etc.: „Ein barrierefreies Bauen würde nur 0,3 Prozent Mehrkosten betragen und vielen potenziellen Kunden das Einkaufen ermöglichen.“ Laut Roman Kollar ist für alle EUTB-Beratungsstellen in Deutschland eine Bestandsgarantie wünschenswert, da sich nach all den Jahren bereits gute Netzwerke und Strukturen gebildet haben, was Menschen mit Behinderung Sicherheit biete. red