Wie seriös sind die Pläne des Entsorgungsbetriebs ReFood, der in Walsdorf eine Neuansiedlung beabsichtigt, wirklich? Daran hatten bei der "Sing In"-Kundgebung der neu gegründeten Bürger- und Umweltinitiative (BU) in Walsdorf die Akteure ihre Zweifel. Rund 200 interessierte Zuhörer waren auf die grüne Wiese im Ortsteil Hetzentännig gekommen, um dem Aufruf "Macht Euch selbst ein Bild" zu folgen.

"Ein schöner Baum auf einer schönen grünen Wiese?", fasste Katja Besold von der Bürgerinitiative ihre Bedenken zu der stimmungsvollen Präsentation der Firma ReFood im Sonderamtsblatt der Gemeinde zusammen. "Ist das den Preis wert?", hob auch BU-Sprecherin Birgit Wolfrum-Reichel in Abwägung von Gewerbesteuer gegen verringerter Lebensqualität , mehr Lärm und Gestank gegenüber einer zusätzlichen Umweltbelastung hervor. Sie stellte, wie es in der Pressmitteilung der Initiative weiter heißt, zudem die Überlegung in den Raum, wo die möglichen Expansionspläne von ReFood, einer Tochter des "Müll-Giganten" Rethmann-Gruppe , enden könnten: als nächstes Beteiligung an der kommunalen Tierkörperbeseitigung Nordbayern (TBN), wie an anderen Standorten des Konzerns auch, und anschließend der sukzessive Ausbau von Biogas-Anlage und Blockheizwerk? "Dann wären wir mit Walsdorf der Abfall-Hotspot für ganz Nordbayern", mahnte sie und befürchtet: "Wir passen genau ins Beuteschema des Großkonzerns ."

Pro und Contra abwägen

Das Pro und Contra abwägen und in den Dialog gehen: Dazu erklärte sich auch Bürgermeister Mario Wolff ( Freie Liste ) in seinem spontanen Redebeitrag bereit. Das alles will genau überlegt und gegeneinander abgewogen werden, hob zudem der Kreisrat der Grünen, Stegaurachs Zweiter Bürgermeister Bernd Fricke, hervor.

Eindrücke zu der Kundgebung, die mit dem eigens komponierten Protestsong von Uwe Udo Seifert stimmungsvoll untermalt wurde, sind auf Youtube unter den Stichworten Walsdorf /ReFood/ Bürgerinitiative zu finden. red