Mit dem offiziellen Spatenstich hat jetzt der grundlegende Umbau der Kläranlage der Verwaltungsgemeinschaft Lisberg begonnen. Rund 3,5 Millionen Euro wird es kosten, die Anlage aus den 70er Jahren auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. In der Verbandskläranlage werden die Abwässer aus den Gemeinden Lisberg , Trabelsdorf und Priesendorf mit Neuhausen behandelt.

Die fast 50 Jahre alte Tropfkörperanlage war nicht mehr in der Lage, die heute gültigen Anforderungen an die Abwasserbehandlung und damit an die Ablaufwerte in die Aurach einzuhalten.

In enger Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt in Kronach wurden verschiedene Lösungsvarianten ausgearbeitet und verglichen. Dabei gelang es, einige bestehende Anlagenteile wie das Schneckenhebewerk, den Schlammstapelgehälter und das Betriebsgebäude in den Neubau zu integrieren.

Schutz vor Hochwasser inbegriffen

Als nachhaltigste und wirtschaftlichste Lösung fiel die Entscheidung auf eine sogenannte Belebtschlamm-Anlage mit einer Größenordnung von 4500 Einwohner-Gleichwerten. In die Planung musste auch einfließen, dass der Standort im vorläufig festgesetzten Überschwemmungsbereich der Aurach liegt. Deshalb werden die neuen Anlagenteile natürlich hochwasserfrei angelegt, die bestehenden Teile werden mit Schutzmaßnahmen versehen. Weil dadurch sogenannter Retentionsraum, also Überflutungsfläche im Hochwasserfall, in Anspruch genommen wird, sind andernorts Ausgleichsflächen nötig.

Das Abwasser läuft künftig über eine SBR-Anlage, also eine Belebungsanlage mit Nitrifikation und Denitrifikation, wie Dipl.-Ing. (TU) Winrich Bussinger im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte. Mechanisch wird das Abwasser in einer Kompaktanlage behandelt, die sich in einem Gebäude befindet. Für die Belebungsanlage entsteht ein dreiteiliger Rundbehälter in Stahlbeton, die Belüftung erfolgt über energiesparende Plattenbelüfter. Vor dem Ablauf in die Aurach ist ein Ausgleichsbecken geschaltet, das für eine gleichmäßige Ableitung von maximal 144 Litern je Sekunde sorgt. Dieses Ausgleichsbecken entsteht, indem der Schlammstapelbehälter umgebaut wird. Der Klärschlamm wird direkt auf der Anlage über eine Schneckenpresse getrocknet.

Mit dem Bau wurde umgehend nach Vorlage des Bescheides begonnen, im Laufe des nächsten Jahres sollen dann die Maschinen und die elektrotechnischen Anlagenteile installiert werden. Mit der kompletten Inbetriebnahme der neuen Anlage wird für Mitte 2023 zu rechnen sein.