Marion Krüger-Hundrup

Für die Gottesdienstgemeinde der Klosterkirche Heilig Grab und die dort ansässigen Dominikanerinnen war der Pfingstmontag ein besonderer Feiertag: Sie begingen ihn als „Kleines Dominikusfest“ in Erinnerung an den Ordensgründer Dominikus, dessen Todesjahr sich 2021 zum 800. Mal jährt. Außerdem wird am 24. Mai der Erhebung der Gebeine des Heiligen gedacht.

Pater Thomas Brogl, Provinzial der Süddeutsch-österreichischen Dominikanerprovinz St. Albert, erwies sich als geisterfüllter Vertreter der Predigerbrüder, wie die Dominikaner auch genannt werden. Er warb darum, „die Angst vor dem Heiligen Geist, die die Kirche beherrscht, zu überwinden“ – jenseits von konservativ und progressiv. Der Provinzial steckte die Denkrichtungen der heutigen Reformprozesse wie der synodale Weg einerseits und die selbsternannten Verteidiger des Glaubens andererseits ab: „Es soll alles so bleiben, wie es ist. Es soll alles so werden, wie ich mir das wünsche. Zwei Positionen, konservativ und progressiv, aber eine Angst : Dass der Ausgang nicht schon feststeht und es anders sein könnte, als ich das will.“

Der Prediger zeigte den heiligen Dominikus als Beispiel eines Menschen auf, der sich jenseits von „konservativ“ und „progressiv“ und angstfrei durch das Gebet vom Heiligen habe leiten lassen und so zu einem Reformer der Kirche geworden sei. Die derzeitige Krise der Kirche könne nur überwunden werden, so Provinzial Pater Thomas, wenn sie im Sinne von Papst Franziskus an die Ränder gehe. Wenn die Verletzten, die in der Pandemie seelisch Verwundeten , Vergessenen in die Mitte – und ins Gebet – gerückt werden.