Vom Eigenheim bis zum Mehrfamilienhaus: In Bamberg wurden im vergangenen Jahr 440 neue Wohnungen gebaut. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes mit. Danach flossen in den Neubau Investitionen in Höhe von rund 118 Millionen Euro. Im Landkreis waren es 90 Wohnungen bei einer Investitionshöhe von rund 40 Millionen Euro.

„Zusätzliche Wohnungen sind ein wichtiger Beitrag gegen steigende Mieten. Wichtig ist dabei das bezahlbare Segment. Und es kommt vor allem darauf an, dass im sozialen Wohnungsbau noch mehr getan wird“, sagt Uwe Behrendt. Der Bezirksvorsitzende der IG Bau Oberfranken sieht insbesondere die Politik in der Pflicht.

Der Wohnungsbau in der Region könne nur dann Power zeigen, wenn in Berlin und München die richtigen Weichen gestellt würden. „Die Bundesregierung hat 400.000 neue Wohnungen pro Jahr versprochen. Ein Viertel davon sollen Sozialwohnungen sein. Von diesem Ziel ist die Ampel-Koalition noch weit entfernt. Hier ist aber auch die Landespolitik gefordert“, so Behrendt in der Pressemitteilung der IG Bau.

Im vergangenen Jahr sind laut Statistik bundesweit lediglich 293.400 neue Wohnungen entstanden – 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zudem erschweren knappe Baumaterialien , steigende Energiepreise, Inflation und steigende Bauzinsen derzeit den Neubau, so die Gewerkschaft. Hinzu kämen ein hoher Fachkräftebedarf und unzureichende staatliche Förderungen.

Vorschlag für Sonderpaket

Um vor allem „den lahmenden Bau von Sozialwohnungen voranzubringen“, schlägt die IG Bau ein „Sonderpaket sozialer Wohnungsbau “ vor. Die Mehrwertsteuer auf Sozialwohnungen solle von 19 auf sieben Prozent abgesenkt werden. Der Bau einer staatlich geförderten Wohnung würde nach Angaben der Gewerkschaft so um zehn Prozent günstiger. red