Bamberg — Der Bamberger Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause Prof. Andreas Dornheim zum neuen Stadtheimatpfleger ernannt. Der an der Otto-Frie drich-Universität tätige Historiker ist damit Nachfolger von Ekkehard Arnetzl, der auf eigenen Wunsch zum 30. Juni dieses Ehrenamt niedergelegt hat.
Der 56-jährige Andreas Dornheim wirkt seit 2007 als außerplanmäßiger Professor am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte. Der gebürtige Würzburger ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 1. August 2015 übt er neben Stephanie Eißing, die seit 1. Januar 2012 in dieser Funktion tätig ist, das Ehrenamt des Stadtheimatpflegers aus. Die Berufung gilt zunächst für sechs Jahre.
 
Keine leichte Entscheidung

Die Auswahlgremium zur Findung des neuen Stadtheimatpflegers bestand aus Bürgermeister Christian Lange (CSU), zugleich Referent für Bildung, Kultur und Sport, Baureferent Thomas Beese, Kulturamtsleiter Dieter Strattner, der Leiterin des Zentrums Welterbe Bamberg, Patricia Alberth, dem stellvertretenden Leiter des Personal- und Organisationsamts, Manfred Eichfelder, sowie Stephanie Eißing.
Die Juroren hatten keine leichte Aufgabe, da sich mehrere hochqualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten bewarben, berichtet die Rathauspressestelle jetzt. Nach einstimmiger Meinung des Gremiums habe aber für Prof. Dornheim "neben seiner hervorragenden Qualifikation sein hoher Identifikationsgrad mit der Stadt Bamberg und sein großes Interesse an dem breitgefächerten Ehrenamt des Stadtheimatpflegers" gesprochen.
Wie Christian Lange erläuterte, sei nach Meinung des Auswahlgremiums "Andreas Dornheim als Historiker die ideale Ergänzung von Stephanie Eißing, die ihren beruflichen Schwerpunkt im Bereich der Denkmalpflege" habe.
Die Heimatpfleger unterstützen die Stadt Bamberg in allen bedeutsamen Angelegenheiten der Heimatpflege, insbesondere beim Vollzug des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes und bei den Fragen des Planungs- und Bauwesens. Der Aufgabenkatalog beginnt bei der Sorge um denkmalgeschützte Bauten und Bodendenkmäler und beinhaltet auch die Pflege von Brauchtum, Trachten, Volkslied, Volksmusik, Volkstanz und Mundart, die Zusammenarbeit mit kirchlichen Stellen, Schulen aller Art, mit wissenschaftlichen Sammlungen, Archiven, Museen, mit Fachkräften des Naturschutzes, mit dem Bezirksheimatpfleger, dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, dem Landesamt für Denkmalpflege und den Denkmalschutzbehörden.

Viele Aufgaben

Zu den Aufgaben gehören auch schriftliche Stellungnahmen zur Denkmalpflege für Ämter und Beiträge für Medien sowie öffentliche Vorträge - sei es vor dem Stadtrat, in Bürgerversammlungen oder bei öffentlichen Veranstaltungen und Führungen.
Im Herbst wird der bisherige Stadtheimatpfleger Ekkehard Arnetzl feierlich verabschiedet und sein Nachfolger offiziell in sein Amt eingeführt werden. Ein genauer Termin steht derzeit noch nicht fest. red