"Schärfe und Auflösung werden überbewertet. Wenn das Motiv gut ist, reichen auch die technischen Mittel einer Lochkamera oder einer Polaroid. Oder eben ein Handy", sagt Micho Haller, Fotograf und Grafikdesigner der Bamberger FT-Lokalausgabe. Eine Auswahl seiner umfangreichen Serie von Handyfotos aus Bamberg und Umgebung ist in dieser Woche im Kunstfenster zu bewundern.

"Die Fotos sind hemmungslos bearbeitet und gefiltert, da es meiner Meinung nach sowieso keine ,neutralen' Bilder gibt", erläutert Haller. Trotz hoher Auflösungen und leistungsfähiger Kamerafirmware sehne sich die Online-Fotocommunity nach Filtern, die Lichteinfälle simulieren, Staub auf dem Film oder Rahmen wie bei alten 6x6-Abzügen. "Ohne Filter" bedeute lediglich, "ich überlasse die Farbgestaltung den Entwicklungsingenieuren der Kamera, ohne selbst eine Vorstellung zu haben, wie das Bild aussehen muss". Unter dieser Prämisse entstanden ungewöhnliche Blicke auf Bamberg, die zeitweise verstörend, aber auch humoristisch wirken können. red