Die Arbeitsgemeinschaft der älteren Bürger Bambergs (Arge) sieht die Versorgung der älteren, pflegebedürftigen Bürger in Bamberg gefährdet. Die Auslastung der ambulanten Pflege wie auch der Pflege in Seniorenheimen sei, so die Arge in einer Pressemitteilung, schon heute groß. Teilweise seien ambulante Pflegedienste so ausgelastet, dass sie keine weiteren Pflegebedürftigen mehr betreuen könnten.
"Die Lage wird sich verschärfen", so Anton Zahneisen, Vorstandsmitglied der Arge. In der Umsetzung der Ausführungsbestimmungen zum Pflege- und Wohnqualitätsgesetz wurde 2013 beschlossen, die Einzelzimmerquote in Pflegeeinrichtungen auf 75 Prozent festzulegen. Laut FQA (Fachstelle für Qualitätssicherung in der Altenpflege, vormals Heimaufsicht) wurde den Einrichtungen eine Frist bis Ende 2016 eingeräumt, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten und umzusetzen. In Bamberg könne es bei einer Umsetzung dieser Verordnung zu einer Reduzierung der Pflegebettenzahl in der Größe von circa 250 Betten kommen. "Ohnehin stehen wir schon vor einem wachsenden Bedarf als Folge des demografischen Wandels" so Zahneisen.


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Bereits heute stünden in Bamberg keine Betten für eine immer wieder nötige Kurzzeit- oder Übergangspflege zur Verfügung. Ältere Bamberger Bürger fänden, etwa nach einer Operation, die vorübergehend eine Rückkehr in die eigene Wohnung unmöglich mache, keine Pflegebetten in den stationären Einrichtungen für eine kürzere Zeit. Teilweise müssten Pflegesuchende bis in angrenzende und weitere Landkreise ausweichen, um die nötige vorübergehende Hilfe zu bekommen.
Die Arge hat in einem Antrag an Oberbürgermeister Andreas Starke gefordert, dass sich Stadtrat und Verwaltung mit dem bestehenden Notstand beschäftigen und ihre langfristige Planung erläutern.
Und die Gruppe habe angeregt, dass die Stadtverwaltung mit den Geschäftsführern der Senioreneinrichtungen nach Wegen sucht, wie insbesondere die Mangelsituation fehlender Übergangspflegebetten kurzfristig gelindert werden kann.