Zahlen, Bilanzen und Kredite muss man in einem Geldinstitut beherrschen. Die künstlerische Perspektive ist da eher nebensächlich. Die Sparkasse Kulmbach-Kronach verbindet aber beides auf ideale Weise: Durch die Kapelle Sparkassen-Blech.
22 Interpreten mit Musik im Blut woben in der Basilika Marienweiher bei ihrem Benefiz-Konzert einen imposanten Klang- und Gesangsbogen, der das Gotteshaus bis in den letzten Winkel füllte und der Macht der Töne wuchtig und filigran Ausdruck verlieh.
Das Ensemble unter der Leitung des prägnant und einfühlsam dirigierenden Thomas Rauh wusste Dynamik, Ausdruckskraft und individuelle Klasse umzusetzen, man spürte die Zugehörigkeit der Musiker zu Orchestern. Harmonie und Präzision formten sich zu einem homogenen Ganzen, Blechbläser und Holzbläser hielten sich dezidiert die Waage.


Ungetrübtes Hörerlebnis

Mächtige Präsenz verströmte Sparkassen-Blech im "Einzug der Gäste" aus der Wagner-Oper "Tannhäuser", die Hörner strebten in helle Höhen. Und der Priestermarsch aus Mozarts Oper "Zauberflöte" gerierte wegen der feinen Tonskalen zum ungetrübten Hörerlebnis.
Vorzüglich gelang "Trumpet Tune" von Henry Purcell, bei der vorhergehenden "Trumpet Voluntary" hätte man sich etwas mehr Zurückhaltung gewünscht, die einzige Kritik an einem sonst tadellosen Auftritt.
"Little Drummer Boy" entpuppte sich als linear und takt-perfekt, das An-und Abschwellen der Tonkonglomerate hätte nicht besser intoniert werden können. Das war meisterlich. Und schließlich ein ergreifender, berührender Abschied mit "Panis Angelicus" von Cesar Frank, einer Hymne an das Licht.
Sopranistin Diana Löffler konnte hier mit ihrer klaren, leicht angedunkelten Stimme mühelos hoch hinaufklettern. Inbrunst, Emotionalität und feines Kolorit sind ihre Vorzüge, die sie in "The Rose" und "Wo ich stehe" zum Strahlen brachte. Am Ende gab es stehende Ovationen.
Vorstandschef Klaus-Jürgen Scherr spielte am Bariton-Horn und strahlte: "Wir sind die einzige solche Gruppe in Oberfranken und wahrscheinlich in ganz Bayern. Das Schöne daran ist, dass Auszubildende ohne Berührungsängste genauso mitspielen wollen wie ich und wie langjährig erfahrene Mitarbeiter". Der Erlös des Benefizkonzerts komme der Lebenshilfe Kronach zugute.