Christina Will, Eduard Neufeld und Jürgen Götz freuen sich schon auf die Eröffnung der Landesgartenschau in Bayreuth in einigen Tagen. Dann nehmen die Besucher auf den Bänken Platz, die sie in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Himmelkron hergestellt haben.
Die Werkstatt, die über die Region hinaus als Hersteller von Landschaftsbänken und -tischen bekannt ist, war zur Teilnahme an einer Ausschreibung eingeladen worden, bei der die Himmelkroner Einrichtung dann erfolgreich war. Aus Oberfranken gehen die Himmelkroner Bänke seit vielen Jahren in ein Gebiet, das von Kassel bis zum Bodensee reicht.
Zehn Menschen mit Behinderung produzierten mit Gruppenleiter Matthias Kaufmann und dem Projektverantwortlichen Werner Naser die Bankmodule, fertigten die Holzbelattungen und montierten sie auf den Stahlkonsolen.
Die Bänke und Sitzauflagen gibt es auf der Landesgartenschau in vielen Kombinationen. Manche stehen auf Stahlfüßen, andere auf Beton. Kein Zufall, weiß Diplom-Ingenieur Alexander Bölk vom Berliner Landschaftsarchitekturbüro Hahn Hertling von Hantelmann. Manche Bänke sollen den linearen Charakter des promenadenartigen Auenbogens unterstreichen, andere eher das landschaftliche Flair des Auenparks. Auf jeden Fall handelt es sich nicht um Standardprodukte aus dem Katalog, sondern auf den Ort und die Anforderungen zugeschnittene Sitzmodule.
Ausgangsmodul war das sogenannte klassische Bayreuther Modell, das auch aus den Werkstätten stammt. Die hierauf angewandten schrägen Schnitte erinnern an die Parallelogramme aus dem Spiel Tangram.


Witterungsbeständige Lärche

Das Berliner Büro hat das Modell geplant. Nach einer Feinabstimmung in der Werkstatt baute das Team aus Menschen mit Behinderung einen Prototypen aus witterungsbeständigem Lärchenholz, das naturbelassen ist und nur geölt wird. Von einer "Top-Zusammenarbeit" spricht Diplom-Ingenieur Bölk. "Das Holz wird vergrauen", weiß Werner Naser. "Es ist aber vom Unterhalt her unproblematisch, weil es nicht lasiert werden muss."
Um den großen Auftrag bewältigen zu können, musste die Werkstatt für Menschen mit Behinderung gut planen und für andere Aufträge vorarbeiten, berichtet Naser, denn schon Ende November mussten die Bänke geliefert werden. Aufgestellt wurden sie dann ab Januar.
"Mir hat's gefallen", zieht Jürgen Götz als Beschäftigter in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung eine positive Bilanz des ungewöhnlichen Projekts. Seine Kollegin Christina Will ergänzt, dass sie neue Schablonen bauen und sehr genau arbeiten mussten.
Natürlich planen sie auch einen Besuch auf der Landesgartenschau, bei dem sie nicht ohne Stolz auf "ihren" Bänken Platz nehmen werden. red