Stephan Herbert Fuchs Weil er im Juni dieses Jahres in der Luitpoldstraße mit über zwei Gramm Marihuana erwischt worden war, hat das Kulmbacher Amtsgericht einen 19-jährigen Azubi zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Nicht einmal ein halbes Jahr zuvor war der Angeklagte in Bayreuth mit einem Joint erwischt worden. Eine Vorstrafe wegen Diebstahls hatte er außerdem.

Er habe den Stoff auf einer Parkbank, verpackt in Frischhaltefolie gefunden, sagte der 19-jährige vor Gericht. Außerdem habe sich schnell herausgestellt, dass das Rauschgift nicht von guter Qualität gewesen sei, sondern ein Marihuana-Tabak-Gemisch. Seit damals habe er allerdings nichts mehr mit Drogen zu tun, er habe auch kein Bedürfnis danach.

Wegen des Joints, den er Anfang des Jahres in Bayreuth mit sich geführt hatte, hatte die Staatsanwaltschaft dem jungen Mann bereits eine Einstellung gegen zehn unentgeltliche Sozialstunden angeboten. Darauf war er aber nicht eingegangen. Einen Teil hat er abgeleistet, einen Teil aber nicht, angeblich wegen Corona.

Dann hatte die Staatsanwaltschaft das Verfahren wieder aufgenommen. Mittlerweile distanziert sich der junge Mann tatsächlich von jeglichem regelmäßigen Drogenkonsum, sagte Stefan Fürst von der Jugendgerichtshilfe. Nachdem der 19-Jährige noch zuhause lebe und auch sonst einen jugendtypischen Eindruck hinterlasse, gab er die Empfehlung einer Verurteilung nach dem wesentlich milderen Jugendstrafrecht aus.

Das sah auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft so. Die entsprechende Entwicklung fehle beim Angeklagten noch. Die Anklagevertretung forderte die letztlich auch verhängte Geldauflage von 500 Euro wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in zwei Fällen. Das Geld muss der junge Mann innerhalb von fünf Monaten an die Geschwister-Gummi-Stiftung überweisen.

Amtsgerichtsdirektor Christoph Berner sprach von einem jugendtypischen Fehlverhalten und von einer Unbedachtheit. Zu Lasten des Mannes wertete er eine Vorstrafe wegen Diebstahls. Der Angeklagte hatte 2017 angeblich als Mutprobe einen Karton mit Schnapsfläschchen mitgehen lassen. Zu Gunsten wertete der Richter, dass der junge Mann beruflich eingeordnet ist und eine Ausbildung ohne Probleme absolviert.