von unserem Mitarbeiter Dieter Britz

Münnerstadt — Forum Aktiv und die Freien Wähler Münnerstadt wollen das Thema "Abriss des Hallenbades" trotz der kürzlichen Entscheidung des Stadtrates noch nicht zu den Akten legen. Beim Stammtisch im Deutschherrnkeller präsentierte der Dritte Bürgermeister Axel Knauff nochmals seine "Untersuchung der Alternativkonzepte für das Münnerstädter Hallenbad". Er hatte kürzlich im Stadtrat und jetzt am Stammtisch sechs mögliche Konzepte vorgetragen. Das vierte sieht vor: "Die Stadt verkauft das Bad an eine Genossenschaft, die es gegebenenfalls anderweitig nutzt." Damit gehe die Anlage samt Verantwortung für die Nutzung an die Genossenschaft. Die Stadt habe keine Sanierungskosten. Als Veräußerungsgewinn hatte Knauff hier 5000 Euro eingesetzt. "Jemand will das Bad für 5000 Euro kaufen", sagte Knauff noch, mehr war ihm nicht zu entlocken. "Wenn die Bewertung so stimmt, wie ich sie gemacht habe, ist der Abriss die schlechteste Alternative", fasste er seine Ausführungen zusammen.
Danach wurde fast zwei Stunden lang zum Teil recht emotional diskutiert. So ging es um die Frage, wie man das Bad technisch gesehen kostengünstig betreiben kann. "Das große Problem ist nicht die Technik, sondern liegt im Kopf bei einigen Leuten, die wollen das Bad einfach nicht haben! Unsere Altvorderen waren stolz, dass sie so was gebaut haben, und nun wird abgerissen", meinte einer der Diskussionsredner. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass Münnerstadt schließlich Schulstadt mit einer Grund- und einer Mittelschule sowie einem Gymnasium sei. Da sei ein Hallenbad wichtig. Wenn später einmal wieder Schulen wegen weiter sinkender Schülerzahlen zusammengelegt würden, dann sei ein Hallenbad ein wichtiges Argument pro Münnerstadt.

Kritik am Wahlkampf

Auch könne keine Schule mit einem kleinen Lehrschwimmbecken, wie es jetzt in die Diskussion gebracht wurde, etwas anfangen. Wenn immer nur eine Klasse Schwimmunterricht haben könne, werde der Bustransport zu teuer. "Münnerstadt wird als Schulstadt geschwächt", fasste einer der Anwesenden diesen Punkt zusammen.
Kritisiert wurde, dass im Kommunal-Wahlkampf 2014 durch die Hallenbad-Diskussion Gräben zwischen der Kernstadt und den Stadtteilen aufgerissen worden seien. "Ich habe vor Jahren im Hallenbad Wassergymnastik gemacht, der überwiegende Teil der Leute kam aus den Ortsteilen", sagte einer der Anwesenden. "Gerade für junge Familien die hierherziehen wollen, ist das Hallenbad neben den Schulen ein wichtiger Standortfaktor", sagte Bruno Eckert.
Was nun tun, um das Hallenbad doch noch zu erhalten? "Der Bürgerentscheid ist die letzte Möglichkeit, die man hat", sagt Axel Knauff. Er rechnet damit, dass auch in den Stadtteilen die Kreuzchen auf den Stimmzetteln "doch etwas differenzierter" als bei politischen Wahlen gemacht würden. Schließlich sei ein Hallenbad für junge Familien mit Kindern ebenso wie für Ältere wichtig. Doch der Dritte Bürgermeister hofft in erster Linie auf "die Möglichkeit, nochmal mit den Kollegen von der CSU ins Gespräch zu kommen. Das ist die Hoffnung die ich habe".
Wolfgang Blümlein, der kürzlich wiedergewählte Vorsitzende des Bürgerbad-Vereins, will nicht resignieren, sondern "einen Zahn zulegen" und an alle Mitglieder mit E-Mail-Adressen einen vierteljährlichen Newsletter verschicken. Er will außerdem Landrat Thomas Bold mit ins Boot nehmen und mit Interessierten einige hessische Hallenbäder besichtigen.