Kaltenbrunn — Der Kommandant der Feuerwehr Kaltenbrunn, Michael Reubel, und sein Stellvertreter Hubert Rädlein sind zutiefst enttäuscht. Ihrer Meinung nach hat der Gemeinderat bei der Ersatzbeschaffung für das 31 Jahre alte LF 16/12 eine falsche Entscheidung getroffen. Reubel kritisierte die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, denn weder der Kommandant noch sein Stellvertreter Hubert Rädlein gehörten zum Kreis der Experten. Man habe sogar über einen Rücktritt nachgedacht.
Reubel bat die Gemeinderäte, ihre Entscheidung, die laut Hubert Rädlein in einer nicht öffentlichen Sitzung getroffen wurde, noch einmal zu überdenken. Denn es soll nur ein HLF 10, das lediglich 1000 Liter Wasser mitführt und magerer ausgestattet ist, angeschafft werden. Eigentlich wäre das HLF 20 der Ersatz für das alte LF 16/12, wie Hubert Rädlein feststellte. Das von der Wehr geforderte Fahrzeug sei wesentlich besser ausgestattet und habe mehr Technik an Bord, die das Arbeiten im Einsatzfall wesentlich erleichtert. Außerdem führe das gewünschte Fahrzeug 1600 Liter Wasser mit.
"Unsere Gemeinde ist vor 30 Jahren stehen geblieben", sagte Rädlein. Man habe vergeblich immer wieder die Zusammenarbeit bei der Anschaffung des neuen Fahrzeuges angeboten.
Bürgermeister Werner Thomas betonte in seinem Grußwort, dass es sich der Gemeinderat mit der Entscheidung, ein HLF 10 anzuschaffen, nicht leicht gemacht habe. Im Gemeinderat sei über die geplante Anschaffung offen und ausgiebig diskutiert worden. Auch mit der aktiven Truppe sei darüber gesprochen worden. Jetzt müssen man die weiteren Schritte überlegen.


Beim Atemschutz nicht am Ziel

Der Bürgermeister freute sich über die funktionierende Vereinsarbeit der Feuerwehr. Viele Aktivitäten seien für die Allgemeinheit veranstaltet worden. Das Gemeindeoberhaupt lobte die gute Zusammenarbeit mit den anderen Ortswehren. Mit der Atemschutzgruppe Itzgrund sei man noch nicht am Ziel, aber auf dem richtigen Weg. "Wir brauchen Atemschutzgeräteträger", wie der Bürgermeister betonte.
Kommandant Michael Reubel informierte die Versammlung über 19 Übungen und zehn Einsätze. Bei vier Einsätzen wurde man nicht mehr gebraucht. "Langsam gewöhnen wir uns daran", betonte Kommandant Reubel. Besonders erfreut ist der Wehrführer darüber, dass mit Kevin Krönert und Stefan Schleicher die Atemschutzgruppe verstärkt wurde. Im kommenden Jahr wird Günter Krönert den Lehrgang zum Atemschutzgerätewart absolvieren. In diesem Jahr wurden auch die Spinde im Feuerwehrhaus von Aktiven umgebaut. Insgesamt opferten die Kaltenbrunner Wehrmänner 930 Stunden Freizeit für den Feuerwehrdienst. Eine stolze Leistung, wie der Kommandant feststellte. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit allen Itzgrunder Wehren und ging auf die Atemschutzgruppe Itzgrund ein, die noch ausbaufähig sei, vor allem in Punkto Tagesbereitschaft. Zurzeit sind 19 Atemschutzträger, darunter neun aus Kaltenbrunn, einsatzfähig. Auch an der gemeinsamen Alarmierung werde bereits gearbeitet. Es wurden drei gemeinsame Übungen abgehalten. Eine Großübung soll im kommenden Jahr stattfinden.
KBI Reinhard Hartung berichtete über die Untersuchung für den schweren Atemschutz. Durch die ICE-Tunnel stehen große Herausforderungen für die Atemschutzgeräteträger an.


Neuer Ehrenkommandant

Überrascht war Karl-Ludwig Schmidt, der über 40 Jahre aktiven Dienst verrichtete und 30 Jahre in der Feuerwehrführung der Wehr, davon 18 Jahre als Kommandant, tätig war, als er zum Ehrenkommandant der Wehr durch Kommandant Michael Reubel und Vorsitzenden Udo Strempel ernannt wurde. Michael Reubel ging in seiner Laudatio auf die Leistungen von Karl-Ludwig Schmidt ein, der 2010 zum Kreisbrandmeister ernannt wurde und an den Anschaffungen mehrerer Fahrzeuge für die Wehr beteiligt war. Es wurden Erinnerungsgeschenke und die Ernennungsurkunde überreicht. Als neue Kassenprüfer wurden Gerhard Popp, Heinz Ströhlein und Tomas Balzques gewählt.