Manch ein Bürger aus dem Thereser Gemeindeteil Horhausen fühlt sich durch den Verkehrslärm der nahen Autobahn A 70 gestört. Einer von ihnen berichtete bei der Gemeinderatssitzung am Montag im Sportzentrum, dass er den Lärm nachts in seinem Schlafzimmer höre - trotz extra eingebauter Schallschutzfenster. Bei geöffnetem Fenster könne er überhaupt nicht schlafen, sagte er.

Überraschendes Ergebnis

Die Gemeinde hatte daher ein Ingenieurbüro damit beauftragt, Schallmessungen in Horhausen vorzunehmen. Ein Mitarbeiter der Firma aus Würzburg stellte die Messwerte bei der Gemeinderatssitzung vor und kam zu einem überraschenden Ergebnis: Fast alle Werte, die tagsüber zwischen 6 und 22 Uhr gemessen wurden, lagen bei 50 Dezibel oder darunter und damit erheblich unter dem Grenzwert von 64 Dezibel, den der Gesetzgeber für ein Mischgebiet vorgibt. Sie lagen auch deutlich unter dem "Orientierungswert" von 60 Dezibel.

Die Werte nachts zwischen 22 und 6 Uhr lagen bei 45 Dezibel oder darunter und damit ebenfalls unter dem nächtlichen Grenzwert von 54 Dezibel. Auch der nächtliche Orientierungswert von 50 Dezibel wurde deutlich unterschritten.

Die Dauermessung wurde in der Mühlenstraße in Horhausen außerhalb der Ferien zwischen dem 12. und 25. Oktober vergangenen Jahres vorgenommen. Es handelt sich dabei nicht um ein reines Wohngebiet, sondern ein sogenanntes Mischgebiet.

Gemessen wurde auf Erdgeschosshöhe. An Samstagen und Sonntagen waren die Werte noch niedriger.

K.-o.-Kriterium für Klagen

"Es sind Werte, die auch einem reinen Wohngebiet gut zu Gesicht stehen", sagte der Mitarbeiter des Ingenieurbüros. Diese Werte seien gleichzeitig auch ein K.-o.-Kriterium für Klagen oder Beschwerden. Ganz konnte er den Gemeinderat Theres jedoch nicht überzeugen. Bei der Messung auf Erdgeschossebene könnten Bäume oder Sträucher Schallwellen schlucken oder vermindern. Das Gremium entschloss sich daher, zwei weitere Messungen durchführen zu lassen, eine davon in rund sechs Metern Höhe eines ersten Gebäudestocks.

Nina Streng neue Managerin

Als neue Managerin der Gemeindeallianz Main & Haßberge stellte sich Nina Streng aus Altenstein (Markt Maroldsweisach) vor. Sie verwies darauf, dass auch in diesem Jahr Kleinprojekte im Bereich der Allianz über das Regionalbudget des AELF (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) gefördert würden. Die Fördersumme betrage 100 000 Euro.

Anträge könnten bis 15. Februar bei der Verwaltungsgemeinschaft Theres eingereicht werden. Es würden nur Kleinprojekte im Wert von 500 bis 20 000 Euro gefördert. Die Projekte müssten bis zum 20. September durchgeführt und abgerechnet sein. Im vergangenen Jahr seien beispielsweise der Dorfgemeinschaftsplatz in Horhausen neu gestaltet oder Ruhebänke aufgestellt worden.

Lebhaft diskutiert wurde die künftige Nutzung des Spielplatzes "Wengert" in Untertheres. Eine Alternative wäre, den Spielplatz mit einer Sitzgruppe und Outdoor-Sportgeräten für Senioren zum Mehrgenerationenplatz aufzuwerten. Die andere Option wäre, den Platz mit rund 680 Quadratmetern als Bauplatz zu verkaufen. Das Gremium einigte sich darauf, Anwohner nach deren Meinung zu befragen. Eine Entscheidung soll dann in der nächsten Sitzung fallen.

Funkmast wird angeschlossen

Bürgermeister Matthias Schneider informierte darüber, dass der Mobilfunkanbieter Vodafone den Funkmast bei Horhausen an das Glasfasernetz anschließe.

Als Entschädigung für coronabedingte Gewerbesteuerausfälle erhalte die Gemeinde Theres vom Freistaat Bayern knapp 168 000 Euro. Sportvereine wie der Schützenverein, die Tischtennisabteilung oder der Kegelclub erhielten für ihre Erfolge im Jahr 2019 Fördergelder. Der TV Obertheres erhalte für sein Jubiläum "125 Jahre" im vergangenen Jahr 500 Euro. Die SpVgg Untertheres sei 100 Jahre alt geworden und erhalte ebenfalls 500 Euro.

Zahlreiche Projekte umgesetzt

Im Rückblick auf das Jahr 2020 zeigte sich Schneider trotz Corona zufrieden. Zahlreiche Projekte wie die Sanierung der Brunnenstraße in Untertheres oder der Sporthalle in Obertheres seien umgesetzt und 16 Baugenehmigungen erteilt worden.

Im neuen Jahr stünden neue Aufgaben wie die Erschließung von Bauland, die Sanierung der Maintalhalle in Untertheres sowie der Ortsdurchfahrten in Horhausen und Wagenhausen an. Schneider bedankte sich bei seinen Stellvertretern und dem Gemeinderat für die konstruktive Mitarbeit.