Neustadt bei Coburg — "Wer einen Beruf ergreifen will, in dem man seine Freiheiten hat, der ist mit der Ausbildung zum Lkw-Fahrer gut beraten", versichert Heiko Zettl, der Leiter der Speditionsabteilung bei Josef Zettl in Neustadt. Das mittelständische Unternehmen ist einer der wenigen Betriebe in der Region, die noch Berufskraftfahrer selbst ausbilden.


Freiheit auf Europas Straßen

Obwohl dies für die Firma mit hohen Ausbildungskosten im fünfstelligen Bereich verbunden sei, wollen sie später selbst auf Fachkräfte zurückgreifen können. "Für qualitative und innovative Arbeit werden nunmal ausgebildete Fachkräfte gebraucht", gibt Heiko Zettl zu bedenken. "Aber mehr als zwei Azubis pro Lehrjahr könnten wir nicht aufnehmen." Schließlich werde den Lehrlingen der Lkw-Führerschein sowie alle nötigen Ausbildungsqualifikationen finanziert.
Die Ausbildung scheint daher unter anderem attraktiv zu sein für Lkw-Begeisterte, die den Führerschein nicht aus eigener Tasche bezahlen können. Auch der Lohn nach der Lehre sei höher als bei anderen Industrieberufen.
Mit den kaufmännischen und technischen Aspekten, die man sich in der Ausbildung aneignet, sei man zudem auch abgesichert für die Zukunft.


Lkw-Tradition in der Familie

Felix Braun, der gerade seine Ausbildung zum Berufskraftfahrer bei Zettl-Logistik begonnen hat, begeistert eine ganz andere Vorstellung: "Ich möchte irgendwann mit dem Lkw durch ganz Europa fahren, das war schon immer mein Traum."
Noch ist er zu jung und lernt daher erst einmal die Technik und die Fahrzeuge kennen. Mit 18 Jahren darf er dann aber den Lkw-Führerschein ablegen und ab 21 darf er dann Europa erkunden. Dass ihm dann auch eine abgesicherte Zukunft winkt, kommt ihm sehr gelegen: "Ich kann mir gut vorstellen, diesen Beruf sehr lange auszuführen."
Auch immer wieder lange von zu Hause weg zu sein, stört den 17-Jährigen nicht. Er kennt das von Verwandten, die als Berufskraftfahrer tätig sind. Auch Heiko Zettl bestätigt: "Viele Auszubildende kommen auf Grund von familiärer Tradition. Wenn Vater oder Onkel Berufskraftfahrer sind, lässt man sich schnell für diese Tätigkeit begeistern." So auch Felix Braun, dessen Traum jetzt zum Greifen nah ist.