Das Hackschnitzel-Wärmnetz der Gemeinde Adelsdorf arbeitet mit Volllast. Bei den aktuellen Temperaturen ist sie zu mehr als 130 Prozent ausgelastet. Und das schafft die Anlage überhaupt nur, weil der Abgaswärmetauscher so effizient arbeitet. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich. Zwei Drittel der erzeugten Wärme fließen in die Schule. Anstelle von früher 80 000 Litern Öl müssen dafür nurmehr 5000 Liter für Spitzenlasten eingekauft werden.


Trendwende 2012

"Die Tochter gesundet zum Wohle der Gemeinde", stellte Wolfgang Mößlein als Chef der gemeindeeigenen Energiegesellschaft dem Jahresbericht 2015 voran. Sie erwirtschaftet ein Betriebsergebnis von 40 000 Euro, nachdem das Jahr 2012 eine Trendwende einläutete. Bis dahin waren die Bilanzeergebnisse negativ.
"Wir haben uns um acht Klassen bei den Banken verbessert", ergänzte er. Die Energiegesellschaft ist in die zweite Kreditklasse eingestuft, was einem Insolvenzrisiko von weniger als 0,5 Prozent entspricht.
Die Wärmeversorgung liegt noch leicht im Minus, weil sich äußere Faktoren wie sinkender Ölpreis, steigende Hackschnitzelpreise und milde Winter darauf auswirken. Trotzdem war sich der Rat mit Jörg Bubel (SPD) einig, dass das Ziel dieser Sparte der Energiegesellschaft erreicht ist, "wenn es null zu null aufgeht".
Der ökologische Aspekt hat für alle Ratsmitglieder hier Vorrang, wie auch Aufsichtsratsmitglied Andreas Maier (CSU) hervorhob. Auch Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) relativierte das Zahlenergebnis: "Es gäbe ein ganz anderes Bild, wenn wir eine Gegenrechnung mit den marktüblichen Preisen machten."
Mößlein will sich selber aber einer Herausforderung stellen: In der zweiten Hälfte ihrer rechnerischen Lebensdauer soll die Photovoltaikanlage noch 100 000 Euro Plus machen.