Der Musikverein Priesendorf e. V. (MVP) - das musikalische Aushängeschild der 1500-Einwohner-Gemeinde im westlichen Landkreis Bamberg - feiert 2017 sein 50. Gründungsjubiläum. Eingeläutet wurde das Festjahr bereits im März mit einem Ehrungsabend sowie, gemeinsam mit dem MV Zapfendorf, mit einem Jubiläumskonzert in der Konzerthalle Bamberg. Am eigentlichen Festwochenende, dem Bundesbezirksmusikfest vom 19. bis 21. Mai, erwartet die Besucher in Priesendorf ein Programm, das laut Veranstalter sowohl Blasmusik auf höchstem Niveau verspricht, aber auch Party und Stimmung garantiert.
Mit einem Konzert der "Spider Murphy Gang" wird am Freitag, 19. Mai, in das Festwochenende gestartet. Eintrittskarten sind im Vorverkauf beim BVD in Bamberg erhältlich (www.bvd-ticket.de). Am Samstag sind dann zahlreiche Blaskapellen im Festzelt zu hören. Ein Sternmarsch durch das Gemeindegebiet leitet zum Abendprogramm über. "Die Frankenräuber" wollen ihrem Titel als "Deutschlands beste Party- und Stimmungsband" gerecht werden - der Eintritt ist frei. Am "Sonntag der Blasmusik" werden rund 1000 Musiker und Gäste zu einem großen Festumzug in Priesendorf erwartet. Im Festzelt sind ab 15 Uhr die Don-Bosco-Musikanten aus Bamberg zu hören - im Jahr 2015 Europameister der böhmisch-mährischen Blasmusik. Rund 50 Kapellen haben sich zu den Wertungsspielen angemeldet, welche am Samstag und am Sonntagvormittag in zwei Hallen stattfinden: der Schulturnhalle Priesendorf sowie dem Oberauchrachzentrum in Trossenfurt.


Bewegte Geschichte

Zum 50. Mal jährt sich 2017 die Neugründung des Vereins am 8. Januar 1967, die Vorgeschichte musikalischen Wirkens in der Gemeinde geht jedoch mindestens bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Bereits vier Jahre nach der Neugründung nahm der Verein ein "Großprojekt" in Angriff, das ihm eine besondere Stellung verlieh: Durch beispielhaften Idealismus entstand ein eigenes komfortables Musikheim, welches im Herbst 1973 bezogen werden konnte.
Standen in den frühen Vereinsjahren noch Tanz- und Unterhaltungsmusik im Vordergrund, so rückte in den 1980er Jahren auch die konzertante und symphonische Blasmusik mehr in den Fokus der musikalischen Arbeit. Unter den Dirigenten Hans Hirschlein und Stefano Putz nahm der MVP an Wertungsspielen in der Mittelstufe teil, die Ergebnisse konnten über die Jahre sukzessive verbessert werden.
Fünf Jahre nach der Übernahme des Taktstockes durch Erich Renner gelang 1993 erstmalig die höchstmögliche Wertung - als dieser Erfolg im Jahr darauf direkt wiederholt werden konnte, trat der Verein 1995 erstmals in der Oberstufe an - und krönte diesen Versuch direkt mit einem "ersten Rang mit Auszeichnung". Unter Erich Renner entwickelte sich der Verein maßgeblich in Richtung der konzertanten Blasmusik weiter. 1989 fand das erste der alljährlichen Herbstkonzerte statt- seit nunmehr fast drei Jahrzehnten Höhepunkt des Vereinsjahres.


Erfolgreiche Nachwuchsarbeit

Nach einem großen Umbruchsjahr 1998 - in dem sowohl Dirigent als auch Vorstand wechselten - führte die diplomierte Musiklehrerin und staatlich anerkannte Dirigentin Katja Sperber die musikalische Entwicklung des Hauptorchesters erfolgreich weiter. Die intensiven Bemühungen um den musikalischen Nachwuchs resultierten in der Gründung des ersten vereinseigenen Nachwuchsorchesters im Jahre 2002 und der Implementierung der Bläserklassen-Ausbildung im Jahr 2006.
Im Jubiläumsjahr kann der Verein die stattliche Anzahl von rund 140 aktiven Musikerinnen und Musikern vorweisen. Davon musizieren knapp 70 im Hauptorchester, das seit 2009 unter der Leitung von Thomas Wolf steht. Unter seinem Dirigat konnten Besetzung und musikalische Leistungsfähigkeit des Orchesters weiter ausgebaut werden, so dass das Hauptorchester 2015 zum ersten Mal bei Wertungsspielen in der Höchststufe antrat und auf Anhieb einen "ausgezeichneten Erfolg" erspielte.
Vor dem Einstieg ins Hauptorchester musizieren die Jungmusiker mittlerweile in zwei Nachwuchsorchesterstufen. Den Einstieg in die musikalische Vereinslaufbahn können die Jüngsten aber bereits im Vorschulalter über die Blockflötengruppen finden. Seit 2008 findet die Instrumentalausbildung in den Bläserklassen in Kooperation mit der Volksschule Priesendorf und der Lisberger Blasmusik statt. Die erfolgreiche Jugendarbeit wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. mwo