Nachdem bereits im Frühjahr dieses Jahres Reste einer bronzezeitlichen Siedlung im zukünftigen Baufeld zum Neubau der Schleuse Erlangen nahe Möhrendorf gefunden wurden, setzt das Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Aschaffenburg ab dem 1. Oktober die Ausgrabung und Dokumentation der archäologischen Funde fort.

"Mit diesen vorsorglichen Maßnahmen", so die Behördenleiterin des WNA, Mareike Bodsch, "wollen wir verhindern, dass Bodendenkmäler erst in der Bauphase entdeckt werden und das Baugeschehen in unvorhersehbarem Umfang verzögert wird". Die Arbeiten werden durch eine Grabungsfirma unter der Fachaufsicht des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege durchgeführt, teilt das WNA mit.

Trinkwasser nicht gefährden

Die Arbeiten mussten im April unterbrochen werden, denn sie finden in einem für die Trinkwasserversorgung der Stadt Erlangen wichtigen Wasserschutzgebiet statt. Mit der Aufdeckung der oberen Bodenschicht wird ein wichtiger organischer Schutzfilter für das Trinkwasser vorübergehend außer Funktion gesetzt. Um qualitative Auswirkungen auf die Wasserversorgung zu vermeiden, werden vorsorglich - auch in Absprache mit den zuständigen Fachbehörden - für den Zeitraum der Ausgrabung benachbarte Trinkwasserbrunnen außer Betrieb genommen. Dies geht aber nur in der verbrauchsarmen Zeit von Oktober bis April.

Die Grabungs- und Dokumentationsarbeiten im Bereich der bronzezeitlichen Siedlung beginnen am Dienstag, 1. Oktober, und werden voraussichtlich im April 2020 abgeschlossen. Dabei werden neben landwirtschaftlich genutzten Flächen auch Waldflächen untersucht. Erwartet werden im Wesentlichen Verfärbungen des Bodens, in denen verfüllte Pfahlgruben von Hütten oder Abfallgruben erkannt werden können.

Alle Infos zu den Neubaumaßnahmen finden Interessenten auch auf der Webseite www.schleuse-erlangen.wsv.de. red