Castlebar — In Deutschland werden die Ausgangsbeschränkungen langsam gelockert. Doch im irischen Castlebar wurden die Beschränkungen bis zum 18. Mai verlängert. Dennoch versucht die Region einen Alltag herzustellen, der etwas mehr wie Normalität aussieht. Wie aber geht man in der irischen Partnergemeinde von Höchstadt mit den Beschränkungen um, welche Auswirkungen haben sie auf das Leben? Eugene McCormack ist ehemaliger Bürgermeister der Stadt, hat eine gestiegene Betriebsamkeit in der Stadt beobachtet.

"Hier gibt es auch einige Coronapatienten im Krankenhaus und leider haben wir eine größere Anzahl von Krankenhauspersonal, das bei der Arbeit angesteckt wurde. In der Stadt selbst haben wir keine ernsthaften Probleme und niemand ist gestorben. Man merkt, dass in den letzten Tagen der Verkehr zunimmt und mehr Leute in den Supermärkten und Bussen unterwegs sind. Masken sind bei uns nicht Pflicht. Maskenträger sind die Ausnahme. Wir hoffen, dass der Kampf gegen das Virus weiter Fortschritte macht." Trish Henaghan, Witwe des letzten Bürgermeisters von Castlebar, hat drei Söhne und arbeitet als Krankenschwester im General Hospital.

"Uns geht es den Umständen entsprechend gut, da die Regierung ziemlich schnell mit Maßnahmen gegen die Krise eingeschritten ist. Das hat uns vor überfüllten Krankenhäusern und dem Leiden, das wir aus vielen Ländern mitbekommen haben, bewahrt. Unser Premier Leo Varadkar ist selbst Arzt und wusste sofort, was auf die Bevölkerung zukommt.

Paul Lennon ist Manager des Gästehauses Lough Lannagh, er hofft, bald wieder Gäste aus Höchstadt bei sich begrüßen zu dürfen.

"Unsere Einrichtung ist seit Beginn der Krise geschlossen, aber da das County Mayo der Besitzer ist, steht das Haus für Beschäftigte im Gesundheitswesen zur Verfügung, dass sie sich nach ihrer Arbeit im Kampf gegen das Virus erholen können. Im Frühjahr haben wir die Renovierung der Gästezimmer abgeschlossen. Eure Höchstadter Reisegruppe kann hoffentlich im nächsten Jahr die schönen Zimmer genießen. All das erinnert uns ein wenig an die Aschewolke vor zehn Jahren, als die Realschüler in Castlebar bei uns gestrandet waren." Maria Carey, Lehrerin am Davitt College und zuständig für den Schüleraustausch mit der Realschule Höchstadt, sieht es positiv, trotz anfänglichem Stress. "Alles gut, trotz der Krise. Ich bin mit meiner Tochter Alison alleine zu Hause. Mein Mann Paul ist als Colonel in Deutschland stationiert und mein Sohn Ethan absolviert in Luxemburg ein Praktikum. Seit 12. März sind die Schulen geschlossen und wir Lehrer sind mit dem für uns ungewohnten Online-Unterricht beschäftigt. Es bedeutete zu Beginn nicht nur für mich viel Stress."