Hallstadt — Über das Thema "Fußballspezifisches Konditionstraining im Amateurfußball" hat Hendrik Baumgart bei der Gemeinschaft der Fußballtrainer Oberfrankens (GFT) referiert. Der Trainer des Bayernligisten SC Eltersdorf erwies sich für die knapp 150 Trainer als souveräner Fachmann.
Die rund 70 Minuten dauernde Praxisvorführung mit den Bezirksligafußballern des TSV Hirschaid auf dem Kunstrasen des SV Hallstadt gerieten zu einer runden Sache. Bereits auf dem Platz machte Baumgart deutlich, dass die fußballspezifische Ausdauer - gerade in den unteren Klassen - ausschließlich mit Ball erarbeitet werden sollte. "Alles andere ist verschenkte Zeit", stellte er fest. Natürlich sei es wichtig, ins Training über Monate hinweg eine Struktur zu bekommen. Vor allem dann würden die Erfolge sicht- und für die Spieler spürbar.
Auslöser für Hendrik Baumgart, sich des Konditionstrainings speziell anzunehmen, war eine E-Mail eines Bezirksliga-Trainers 2012, der seine Mannschaft in der Übergangsphase zwei bis drei Mal pro Woche bei einem Puls von 120 laufen ließ. Der Gymnasiallehrer stellte in seinem anschließenden Fachvortrag heraus, dass Ausdauertraining ohne Ball zwar natürlich nicht schädlich, aber weitgehend Zeitverschwendung sei.
"Das klassische Bewegungsverhalten im Fußball ist es, mit dem Ball gegen den Gegner auf engstem Raum zu agieren. Und diesem Verhalten sind alle Fitnessbausteine unterzuordnen", zitierte Baumgart den international bekannten Fitnessexperten Dr. Andreas Schlumberger. Unter Bedacht der Tatsache, dass Spielformen niemals alle Spieler optimal trainieren, bieten sich diese dennoch für das Ausdauertraining an: große Spielformen für die Grundlagenausdauer, in kleinen Spielformen wird die fußballspezifische Ausdauer trainiert. Wichtig sei auch die Schnelligkeitsausdauer: "Optimaler Trainingserfolg ist, dass der Spieler den letzten Sprint des Spiels genauso effektiv wie den ersten durchführen kann", so Baumgart. Hierfür verwies der Referent auf Sprungserien mit Anschlusssprints. Baumgart gab den Trainer-Kollegen noch viele spezifische Tipps mit auf den Weg und bewies, dass er ein Fachmann ist. Dies würdigte auch der GFT-Vorsitzende Heinz Eger zum Schluss der Veranstaltung, aus der die Trainer wieder einiges für ihre tägliche Trainingsarbeit mit nach Hause nahmen. msc