von unserer Mitarbeiterin Adriane Lochner

Neudrossenfeld/Schwingen — Das Staatliche Bauamt plant den Ausbau der B 85 zwischen der Ausfahrt Kulmbach/Neudrossenfeld und Schwingen, eine dritte Fahrspur soll entstehen.
Die Details: Insgesamt wird die Fahrbahnachse weggerückt vom Einzel Eichberg. Die Einfahrt Schwingen erhält eine Lichtanlage, um Schülern das Überqueren zu erleichtern. Zusätzlich sollen neben der Hauptfahrbahn zwei asphaltierte Parallelwege für Radfahrer und die Landwirtschaft entstehen.´
Die Baukosten belaufen sich auf rund 4,3 Millionen Euro. Im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens hat das Bauamt nach der Meinung der Kommunen gefragt, die bis 18. Dezember ihre Stellungnahmen bei der Behörde einreichen sollen.
In der Sitzung des Neudrossenfelder Gemeinderats ging es hauptsächlich, um die geplanten Parallelwege beziehungsweise ihre Übertragung in die Straßenbaulast der Gemeinde.


3,50 Meter Breite als Bedingung

Anstatt der gesetzlich vorgegebenen drei Meter sollen die Wege 3,50 Meter breit werden, da heutzutage landwirtschaftliche Maschinen wie Mähdrescher und Maishäcksler eine größere Spurweite haben. Die Normbreite wäre zu knapp, langfristig werden Schäden an den Wegrändern befürchtet. Michaela Schirmer (SPD) forderte, 3,50 Meter zur Bedingung zu machen und andernfalls die Unterhaltskosten nicht zu übernehmen.
Verwaltungsleiter Rainer Schimpf schlug vor, zumindest den Weg auf der linken Seite von Schwingen nach Neudrossenfeld nicht zu asphaltieren, weil so das Risiko des Randabbruchs geringer sei. In dem Fall ist allerdings unklar, wer die Unterhaltskosten trägt, die Gemeinde oder die Grundstückseigentümer.
Auch die Unterhaltskosten für die Gräben waren ein Thema. Für das Oberflächenwasser von der Straße werden aus Gründen des Umweltschutzes Absetzbecken gebaut. Dort werden Schadstoffe zurückgehalten, das gereinigte Wasser wird in sogenannte namenlose Gräben eingeleitet. Schimpf zufolge tragen die Landwirte, deren Grundstücke an diese Gräben grenzen, die Unterhaltskosten derzeit alleine. Eine neue Unterhaltsregelung sollte getroffen werden.
Generelle Kritik am Ausbau der B 85 übte Rudolf Bock (SPD). Es sei "eine absolute Verschlimmbesserung". Die Überholspur zwischen Neudrossenfeld und Schwingen bezeichnete er als "absoluten Nonsens". Dadurch würden die Leute schneller fahren und die Unfallgefahr steige. Die Radwege allerdings seien eine gute Idee.
Peter Rösch (FW) schlug vor, nur die Parallelwege als Entlastung für landwirtschaftliche Fahrzeuge anzulegen. Bürgermeister Harald Hübner (CSU) wies darauf hin, dass Parallelwege nur dann angelegt würden, wenn die Haupttrasse gebaut wird. Silvia Eichner (CSU) sagte, der Bauplan beschränke sich ohnehin nicht nur auf diese Teilstrecke, denn der dreispurige Ausbau solle irgendwann bis Kulmbach fortgeführt werden.
Bürgermeister Hübner zufolge gibt es auch zu den Ausgleichsflächen noch nichts Konkretes; möglicherweise könnte ein Ausgleich der Baumaßnahme im Bereich Igelsweiher stattfinden.