von unserer Mitarbeiterin Adriane Lochner

Stadtsteinach — Die Serienmörderin Anna Margaretha Zwanziger trieb jahrelang in Kasendorf und Sanspareil ihr Unwesen. Getarnt als Dienstmagd, vergiftete sie jeden, der ihr in die Quere kam. Auch vor schwangeren Frauen und Kindern machte sie nicht Halt. Erst als sie über 50 Jahre alt war, kam man ihr auf die Schliche, sperrte sie in die Kulmbacher Fronfeste und verurteilte sie zum Tod.
Überführt wurde sie durch die gewissenhaften Obduktionsgutachten des damaligen Kulmbacher Stadtphysicus. 1811 wurde Zwanziger öffentlich auf dem Marktplatz hingerichtet.
"Bis zu ihrem Tod zeigte sie keine Reue", berichtete Autor Benedikt Grimmler, der sich mit den historischen Hintergründen wahrer Kriminalfälle auseinandergesetzt hat. Sein aktuelles Buch trägt den Titel "Fränkische Verbrecher - Die spannendsten Kriminalfälle 1330-1975". Genau das war das Thema des Vortrags, den Grimmler in den Räumen des Katholischen Pfarramts in Stadtsteinach hielt.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Geschichtsverein Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW). Für das packende Thema interessierte sich nicht nur ein breites Publikum, sondern auch die CHW-Führungsriege, unter anderem Bezirksheimatpfleger Günter Dippold und der neue Bezirksgruppenleiter Heiko Steger. Sogar aus Burgkunstadt waren CHW-Mitglieder angereist.
Wer hätte gedacht, dass die Ansbacher tatsächlich einen Wolf in Menschenkleidung an den Galgen knüpften oder dass die Bayreuther Markgräfin Sophie Luise einem Alchimisten auf den Leim ging.