von unserem Mitarbeiter Peter Schmieder

Augsfeld — Am Sonntag feierte der Verschönerungsverein in Augsfeld mit einem Festzug sein Heimatfest. Die farbenprächtigen Wagen zogen durch den Haßfurter Stadtteil. Noch bis Montagabend ging die Veranstaltung am Lindenhain weiter.
Seit genau 91 Jahren gibt es den Verschönerungsverein. Am 29. Juni 1924 kamen 29 Männer zusammen, um den Verein zu gründen. Damals ging es darum, den Lindenhain, den ursprünglich einige Imker zur Bienenzucht angelegt hatten, zu einem angenehmen Naherholungsort umzugestalten.
In der Nazi-Zeit mit anderen Vereinen zwangsvereint, gründete sich der Verschönerungsverein nach dem Zweiten Weltkrieg neu. Er übernahm später auch Aufgaben zur Umgestaltung des Dorfes.

Zu runden Jubiläen

Ursprünglich fand das Heimatfest jährlich statt, bis der Aufwand zu groß wurde. Heute wird nur noch zu runden Jubiläen ein solcher Festzug veranstaltet. Das wäre eigentlich zum 90-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr der Fall gewesen. Doch damals fanden Umbauarbeiten an der Bühne im Lindenhain statt, weshalb das Fest verschoben wurde und erst in diesem Jahr gefeiert wurde.
Mit vielen bunten Wagen, alle kreativ mit Blumen geschmückt, beteiligten sich die Vereine am Zug, der eine Runde durch den Ort drehte und schließlich wieder am Lindenhain endete, wo Festbetrieb herrschte. Mit vorneweg liefen dabei auch Landrat Wilhelm Schneider und Bürgermeister Günther Werner.
Der Bürgermeister, das betonte die Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Elfriede Moser, in ihrer Rede, gehöre ja "quasi zur Familie", da auch er Teil der Ortsgemeinschaft und des ausrichtenden Vereins sei. "Mit dem Heimatfest bringt der Verschönerungsverein Augsfeld auch immer wieder den Begriff Heimat in Erinnerung", sagte der Bürgermeister. In Zusammenhang mit der Umgestaltung des Lindenhains seien bei der Stadt Rechnungen in Höhe von insgesamt 35 000 Euro eingegangen. Auch wenn sich das nach einer großen Summe anhöre, sei das Geld in jedem Fall gut investiert gewesen.
Blumenkönigin Kerstin Mützel formulierte ihre Rede als Gedicht, in dem sie sagte, schon als Kind sei es ihr Traum gewesen, sich den Zug anzuschauen. Heute sei sie stolz, ein "Augsfelder Mädla" zu sein. "Denn Augsfeld ist ein schöner Ort, und wer ihn kennt, will nicht mehr fort."