St. Johannes in Ludwag ist nur eine von vielen Kirchen in der Region, in denen sich ein paar Menschen große Mühe gegeben haben, um mit einem aufwendig gestalteten Altar für die Ernte 2020 zu danken. In Ludwag waren es wieder die Jurakünstlerinnen Hedwig Popp und Marika Arneth-Grasser, die mit ihren Töchtern Lisa und Madlen ein liebevolles Körnerbild geschaffen haben. Schon seit 14 Jahren erstellen sie an mindestens drei langen Abenden in etwa 40 Stunden ihre Kunstwerke für das Erntedankfest. Für das heuer eineinhalb auf zwei Meter große Bild verwendeten sie Körner und Früchte von über zwanzig verschiedenen Pflanzen und Getreidesorten. Perserklee, Goldhirse, Buchweizen und viele andere Samen haben sie verwendet, sogar kleine Muschelkalkstücke und Bucheckern. Einen Teil der Körner werden sie im nächsten Jahr erneut nutzen.

Das Bild ist dieses Jahr etwas kleiner geworden und vor dem linken Seitenaltar zu besichtigen, da an Erntedank in der Kirche die Erstkommunion wegen Corona nachgefeiert wurde. Weglassen mussten die Frauen auch die sonst übliche Ausstellung mit Schälchen, in denen die einzelnen Samen mit Beschilderung zu sehen waren.

Jesus mit Atemschutz?

Mit dem Titel "Lasset die Kinder zu mir kommen" passt das Körnerbild direkt auch zum Kommunion-Fest. Es zeigt in der Bildmitte Jesus mit langem weißen Gewand, der drei Kinder um sich geschart hat und sich mit ihnen unterhält. Auf den ersten Blick scheint es fast so, als trage Jesus einen verrutschten Mund-Nasen-Schutz. Bei genauerem Hinsehen erweist sich der dunkle Bereich um den Mund jedoch als Vollbart, gelegt mit Bucheckern. Von wem das ursprüngliche Bild stamme, sei leider nicht bekannt, sagte dazu Marika Grasser.

Eine Dokumentation der früheren Körnerbilder ist an der Kanzel zu sehen. Neben dem Bild steht die schön gebundene Erntekrone aus Ähren der verschiedenen Getreidesorten. Vor ihr sind in Körben und Schalen die reichhaltigen Früchte aus Garten und Flur drapiert. Sie sind eine wahre Augenweide und sollen zum Dank an Gott den Schöpfer aller Dinge aufrufen.