Zum Artikel "Parken hier bald viele Autos?" (BR vom 6. Februar) wird uns geschrieben: Mit Erstaunen lese ich die Vorschläge zur Erschließung der Plassenburg. Die Worte, um die es sich hauptsächlich dreht, sind Parkplatz, Auto usw. Auch die Betrachtung "Wie machen es die anderen" bringt nicht die Lösung! Das Projekt Standseilbahn (Mitte der 1990er Jahre) würde, wenn sie den realisiert worden wäre, heute notleidend sein im Hinblick auf die obligatorische Barrierefreiheit bei öffentlichen Bauten.

Notleidend sind im Übrigen auch Busse, abgesehen von maximal zwei bis drei unbestuhlten Plätzen für Mitbürger, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind;  hier gibt es auch meistens das Problem des Ein- und Aussteigens aus dem Bus.

Man schaue sich das Kehlsteinhaus in Landkreis Berchtesgaden an oder richte seinen Blick auf den spanischen Ort Alicante an der Costa Blanca, hier ganz speziell auf die Zugangsmöglichkeit zum Castillo de Santa Barbara (auf dem Berg!). Hier findet sich altbekannte, funktionierende Standardtechnik, keine exotischen Lösungen - und das barrierefrei! Beide Zugänge beginnen mit einem waagerechten Gang in den Berg hinein, circa 150 Meter, und dann kommt ein ganz normaler Aufzug , der die Besucher in weniger als einer Minute in die Höhe hievt!

Zur Gewährleistung eines barrierefreien Zugangs werden bei öffentlichen Bauten auch kleine Höhenunterschiede mit einem Aufzug ausgestattet, siehe beim Umbau des Landratsamtes Kulmbach im Eingangsbereich.

Man stelle sich vor, der Aufzug, der den Kasernenhof mit den Ebenen des Zinnfigurenmuseums verbindet, würde seine Talstation viele Meter tiefer im Berg haben und wäre durch einen ebenen Gang, zum Beispiel vom Grünwehr aus begehbar, für Rollstuhlfahrer befahrbar.

Busse müssten nicht die steile Zufahrtsstraße bis zum Kasernenhof hochfahren, der Aufzug könnte als alleiniger Zugang fungieren. Im Winter könnte die steile Straße hoch zur Plassenburg gesperrt werden. Parkplätze müsste man nicht anlegen, Zufahrtsstraßen nicht bauen und die Optik wäre nicht beeinträchtigt.

Ralf Milbrad

Kulmbach