Der Landkreis Kulmbach muss für die Sozialhilfe weniger tief in die Tasche greifen. 2016 summierten sich hier die Ausgaben auf 1,520 Millionen Euro gegenüber 1,546 Millionen Euro im Jahr zuvor. Alle Städte und Kreise Bayerns wendeten im Jahr 2016 zusammen rund 712 Millionen Euro (Vorjahr: 694 Millionen Euro) auf für Leistungen wie die Grundsicherung im Alter, die Hilfe zur Pflege und die Hilfe zum Lebensunterhalt. Das geht aus den Zahlen des Landesamts für Statistik hervor.
Vor mehr als zehn Jahren wurde das Sozialhilferecht grundlegend reformiert. So fielen zum 1. Januar 2005 alle erwerbsfähigen Sozialhilfeempfänger mit Inkrafttreten des SGB XII aus der Statistik. Sie wurden der Arbeitslosenstatistik zugeordnet und damit umgangssprachlich zu Hartz IV-Empfängern. Demgegenüber wurde die Grundsicherung für Ältere und Erwerbsgeminderte direkt in die Sozialhilfe eingegliedert. Sozialhilfe ist eine staatliche Leistung, auf die in Not geratene Menschen unter bestimmten Voraussetzungen nach dem Zwölften Buch des Sozialgesetzbuchs einen Anspruch haben. Die Ursachen für Notlagen können Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder ein zu geringes Renteneinkommen sein. Sozialhilfe nach SGB XII umfasst unter anderem noch die "Hilfe zur Pflege", sprich: sämtliche Hilfen, wenn Pflegebedürftige den Pflegeaufwand nicht aus eigenen Mitteln finanzieren können. Ebenso zählt die "Hilfe zum Lebensunterhalt" dazu, für Menschen, die nicht erwerbsfähig sind und daher kein Arbeitslosengeld II beziehen, des Weiteren die "Hilfe zur Gesundheit" sowie die "Eingliederungshilfen für behinderte Menschen".
Größter Kostenfaktor für die Städte und Kreise als örtliche Träger der Sozialhilfe waren auch im Jahr 2016 die Grundsicherungsleistungen mit rund 489 Millionen Euro (Vorjahr: 483 Millionen), gefolgt von der Hilfe zur Pflege mit 120 Millionen (137 Millionen) und der Hilfe zum Lebensunterhalt mit 54 Millionen (53 Millionen).
Zahlte der Kreis Kulmbach 2010 noch rund 876 447 Euro, waren es 2015 rund 1,546 Millionen Euro und im Folgejahr 2016 nun 1,520 Millionen Euro netto an Sozialhilfehausgaben. Netto bedeutet, dass die Einnahmen (also zum Beispiel Erstattungen anderer Sozialleistungsträger) bereits berücksichtigt sind, diese Kosten muss der Kreis Kulmbach also komplett selbst schultern.
Umgerechnet auf die Einwohner macht das 21 Euro (2012: 21 Euro). Was im Vergleich zu anderen Kreisen eine relativ geringe Sozialhilfebelastung ist, denn die lag vergangenes Jahr in Bayern bei durchschnittlich 27 Euro pro Einwohner. In den kreisfreien Städten fiel die Pro-Kopf-Belastung mit 123 Euro deutlich höher aus.
Von den 1,520 Millionen Euro, die die Sozialhilfeverwaltung des Landratsamts Kulmbach letztes Jahr ausgezahlt hat, kamen 1,313 Millionen Euro den Grundsicherungsempfängern zugute, 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Weitere 108 719 Euro flossen in die Hilfe zum Lebensunterhalt (minus 22,6 Prozent). Für die Hilfe zur Pflege wurden 61 655 Euro ausgegeben (plus 102,5 Prozent) und für Hilfen zur Gesundheit weitere 30 047 Euro (plus 65,6 Prozent). Zu den Eingliederungshilfen, die hauptsächlich von den Regierungsbezirken übernommen werden, musste nichts beigesteuert werden.
Die Leistungen der Städte und Kreise summierten sich bayernweit auf netto 712 Millionen Euro. Hinzu kommen die Summen der Bezirke. Sie haben unter anderem die teuren Kosten für (teil-)stationäre Maßnahmen zu tragen - für Pflegebedürftige, psychisch Kranke, Behinderte oder Nichtsesshafte. Die Sozialausgaben von örtlichen und überörtlichen Trägern machten bayernweit netto rund 4,03 Milliarden Euro aus, rund 200 Millionen oder sechs Prozent mehr als im Vorjahr (2015: 3,80 Milliarden Euro). sus