Bad Staffelstein — Zu einer außergewöhnlichen Führung laden die Kultur- und Freizeitfreunde Bad Staffelstein halbjährlich, diesmal am Samstag, 29. August, auf den Staffelberg ein.
In den letzten beiden Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung erhob sich dort oben eine stark befestigte keltische Großsiedlung - ein Oppidum, wie die Römer solch stadtähnliche Machtzentren bezeichneten. Diese spätkeltische Stadt ist auch heute noch als beeindruckendes Bodendenkmal erfahr- und erlebbar. Nicht nur die 2800 Meter lange Wallanlage auf dem unteren Plateau und das zusätzlich befestigte, 50 Meter darüber liegende Hochplateau, sondern auch zwei ganz unscheinbare kleine Funde unterstreichen die einstige Macht und Bedeutung dieser spätantiken Metropole am Obermain: Zwei Münzstempel beweisen, dass die keltischen Herren hier eigene Münzen geprägt haben. Dass die Stadt mit dem legendären Menosgada des griechisch-römischen Geographen Ptolemäus identisch ist, haben die Archäologen lange vermutet.Dies wäre denkbar angesichts der Lage in Nähe des Mains, der Größe und der Einzigartigkeit in der Obermainregion in ihrer Zeit.
Da gibt es derzeit einen interessanten Disput mit Gelehrten der historischen Sprachwissenschaft und neuerdings auch der Land- und Erdvermesser (oder der Geodäten), die die Angaben des Ptolemäus entschlüsselt haben wollen. Aber wie auch immer die Stadt auf dem Staffelberg hieß, sie war die Metropole Oberfrankens in diesen letzten zwei Jahrhunderten vor Christus, und sie ist es immer wieder wert, erwandert, erahnt und erforscht zu werden.
Hierzu ergeht herzliche Einladung an alle interessierten Urlauber, Kurgäste und Einheimische - wie immer - ohne Teilnehmergebühr, aber gutes Schuhwerk und etwas Fantasie erbittet Karl-Heinz Müller. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Parkplatz oberhalb von Romans thal. Die Führung wird mit Einkehr gut drei Stunden dauern. hkla