von unserem Redaktionsmitglied 
Lisa Kieslinger

Ebern/Kreis Haßberge — Hinter der großen Stahltür der Turnhalle am Eberner Schulkomplex herrscht Schweigen. Absolute Stille. Um punkt 12.30 Uhr hat das jedoch ein Ende: Stühle werden hin und her gerückt und das Murmeln hinter der massiven Tür wird immer lauter. Ein paar Minuten später geht die Tür auf und die 120 Prüflinge strömen heraus: An der Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule in Ebern sowie an den anderen drei Realschulen im Landkreis haben die Abschlussprüfungen begonnen. Deutsch war das erste Fach.
Anna-Maria Dreßel und Lea Schmitt kommen als erste Realschülerinnen aus der Turnhalle heraus - und das sichtlich erleichtert. "Es war sehr anstrengend, weil es so lange gedauert hat", sagt Anna-Maria Dreßel. Bis zum offiziellen Ende mussten die Realschüler in der Turnhalle bleiben. Denn wenn einer vor Prüfungsende den Raum verlässt, dürfen alle anderen nicht mehr auf Toilette. Deswegen gibt es in Ebern diese Regel.

Wetter spielt mit

Die beiden Freundinnen haben unterschiedliche Aufgaben gewählt. Anna-Maria hat sich für die Erörterung entschieden, Lea für den Kommentar. "Die Themen waren wirklich gut", sagt Anna-Maria. Bei der Erörterung konnte zwischen den Themen Zivilcourage und das Lernen von Fremdsprachen gewählt werden. "Die andere Aufgabe mit dem Romanauszug habe ich gar nicht weiter angeschaut", erzählt Lea. Besonders froh sind die beiden Freundinnen über das gnädige Wetter. "Wenigstens war es relativ kühl in der Halle", meint Anna-Maria.
"Letztes Jahr waren es über 30 Grad hier in der Turnhalle. Das war unerträglich", erinnert sich Deutsch-Lehrerin Miriam Siedler. 240 Minuten in der warmen, stickigen Turnhalle. Das bleibt den Prüflingen dieses Jahr zum Glück erspart. Ein Plus für bessere Konzentration.
Theresa Steppert hat sich wie Lea für den Kommentar entschieden. "Das war wirklich ok. Wir haben im voraus aber auch alles gut geübt", sagt die Realschülerin. Nur eine Aufgabe sprang für Theresa etwas aus dem Raster. "Eine Aufgabe war anders als in den Vorbereitungen. Da sollten wir herausfinden, was der Autor uns mit dem Text sagen wollte", erklärt Theresa unserer Zeitung.

Zukunft ist geplant

Auch die drei Freundinnen Eva Zimmermann, Lena Mahr und Patricia Mönch sind mit der Aufgabenstellung in der Prüfung zufrieden. "Das war wirklich machbar", sagt Eva. "Sogar leichter als so manche Schulaufgabe unter dem Jahr", ergänzt ihre Freundin Lena.
Was die Zukunft bringen soll, wissen die drei Realschülerinnen schon ganz genau: Lena und Eva gehen weiter zur Schule und wollen ihr Fachabitur machen. Patricia hingegen hat einen Ausbildungsplatz ergattert. Sie will Restaurantfachfrau werden.
Doch bis das soweit ist, haben die Freundinnen noch drei Herausforderungen zu meistern: Heute ist Englisch an der Reihe, am Montag Mathe und am Freitag das vierte Fach, das jeder frei wählen konnte (entsprechend der Bildungsrichtung). Die drei Freundinnen haben sich für das Fach Sozialwesen entschieden.