Allein schon der Termin, der 1. Advent am 29. November, war bewusst gewählt. Der Advent, als Beginn eines neuen Kirchenjahres, als Symbol für den Aufbruch in eine neue Zeit, als Zeichen des Hoffens und der Vorfreude passte gut zur Gründung der neuen Pfarrei, bestehend aus den Kirchengemeinden in Schney und Buch am Forst.

Beide Gemeinden teilen sich fortan eine Pfarrstelle und müssen deshalb in vielerlei Hinsicht kooperieren. Dabei bleiben die beiden Gemeinden selbstständig sowohl in finanzieller Hinsicht als auch mit Blick auf ihre Kirchenvorstände.

Zwei Gottesdienste gefeiert

Die Gründung der Pfarrei wurde am 1. Advent mit zwei Gottesdiensten gefeiert. Am Vormittag fand der Auftaktgottesdienst in der St. Maria Kirche in der Schney statt. Am Nachmittag feierten beide Gemeinden eine musikalische Adventsandacht in der Maria-Magdalenen-Kirche in Buch am Forst. Musikalisch ausgeschmückt wurden die beiden Veranstaltungen durch Dorothea Lintzmeyer (Schney) und Susanne und Jonathan Thaler sowie Diana Witzgall und Birgit Leicht und die Schneyer Band "Glasklar".

Den offiziellen Teil übernahm die Dekanin Stefanie Ott-Frühwald als Verantwortliche im Dekanat Michelau. Die Predigt hielt Pfarrerin Tanja Vincent, die ab sofort als Pfarrerin nicht nur ihre bisherige Schneyer Gemeinde, sondern auch die Kirchengemeinde in Buch am Forst betreut. Vertreterinnen aus beiden Kirchengemeinden stellten der jeweils anderen Gemeinde ihre Gemeinschaft vor. Das geschah in Schney im Dialog zwischen Diana Witzgall und Beate Bauer, in Buch zwischen Diana Witzgall und Birgit Leicht.

Symbolträchtig war auch das Geschenk, das die Dekanin zur Pfarreigründung mitgebracht hatte. Sie hatte einen Ginko wegen der besonderen Form seiner Blätter ausgesucht. Sie sind zweigeteilt und doch eins. Ein Ginko-Baum kann 1000 Jahre und älter werden und ist damit ein Symbol der Hoffnung. Nachdem Schney der Sitz der neuen Pfarrei ist, soll der Baum seinen Platz in Buch finden.

In einem informativen Dialog charakterisierten die Vertrauensfrauen der beiden Kirchenvorstände, Diana Witzgall und Beate Bauer, ihre beiden Gemeinden. Dabei stellten sie auch die verbindenden Elemente heraus.

Eine Win-Win-Situation

"Es war ein langer Weg und wir haben's uns nicht leicht gemacht", stellten beide fest, doch die Steuergruppe hatte gute Arbeit geleistet. Letztlich war es einen Win-Win-Situation, denn die Pfarrstelle in Schney war gefährdet, und in Buch wusste man nicht, wie es weitergehen soll.

Deutlich wurde die Vorfreude auf gegenseitige Besuche der Gottesdienste in den jeweiligen Kirchen oder auch im Freien, im Schlosspark, rund um die Kirche oder am Waldkreuz. Für Abwechslung sollen auch die zahlreichen Aktionen im Gemeindehaus (Kinderkirche, Kino, Frauenkreis, Kirchenkaffee und anderes) sorgen.

"Manches geht zusammen, vielleicht sogar besser als allein. Ich bin überzeugt: Das kann richtig gut werden", freute sich Diana Witzgall, und Birgit Leicht ermutigte die Gläubigen, den Kontakt zu suchen und die eigene, aber auch die andere Kirche zu besuchen.

Der "Eheschließung" zwischen beiden Kirchengemeinden ging eine lange "Verlobungszeit" voraus. Nach der Verabschiedung von Pfarrerin Veronika Kaeppel Ende Februar 2019 in Buch am Forst war die Pfarrerin Tanja Vincent zusätzlich zu ihrer Stelle in Schney als Vertretung in Buch am Forst eingesetzt. Man kannte sich also und wusste, worauf man sich einlässt. Nachdem in einem öffentlichen Bekenntnis alle Beteiligten, Pfarrerin Tanja Vincent und die beiden Kirchengemeinden, der Gründung der Pfarrei zugestimmt hatten, gehen in Zukunft die 1030 Gemeindemitglieder aus Schney und die 380 evangelischen Christen aus Buch am Forst einen gemeinsamen Weg. Und der begann mit der Predigt von Pfarrerin Tanja Vincent zum 1. Advent.

"Gott kommt zu uns - in die beiden Kirchengemeinden Schney und Buch am Forst, in unsere Pfarrei, zu den Menschen seines Wohlgefallens überall auf der Welt. Bei aller Freude über die Pfarrei ist am Ende doch das die beste Nachricht dieses Tages", verkündete sie. "In Liebe schaut er auf unsere Pfarrei und bietet seine Begleitung an, damit wir für unseren Glauben finden, was wir brauchen, den organisierten Rahmen der Kirchengemeinden, die Verkündigung seiner Liebe, das stärkende Miteinander, das gemeinsame Wachsen im Vertrauen in ihn. Und er gibt, was auch zu ihm gehört: den Frieden."