Es ist schon sehr lange her, dass die Fußball-Bezirksliga Oberfranken West so qualitativ hochwertig und ausgeglichen war, wie in dieser Saison. Großen Anteil daran haben die vier Neulinge, die Aufsteiger mischen kräftig mit. Allen voran der TSV Sonnefeld: Seit Spieltag Nr. 8 steht das Team von Spielertrainer Bastian Renk auf Platz 1 und startet mit einem Sieben-Punkte-Vorsprung vor dem TSV Ebensfeld und der SpVgg Ebing im März in die Restrückrunde.
Neun Partien ohne Niederlage - darunter sechs Siege bei 20:6 Toren - hievte die Ebensfelder auf Rang 2. Punktgleich mit dem TSV ist die SpVgg Ebing, die ihre Begegnungen gegen die Top 4 zwar alle verlor, sich aber keine weitere Niederlage leistete.
Für Furore sorgte der TSV Breitengüßbach mit vier Siegen in Folge. Damit verschaffte sich die Herl-Truppe zwar Respekt beim Gegner, wurde forthin aber auch nicht unterschätzt.
Abgesehen vom ersten Spieltag ist der 14. Rang für den FSV Unterleiterbach die bislang beste Platzierung. Dazu trugen zwei späte Zu-Null-Siege wesentlich bei. Überhaupt gelangen die vier "Dreier" ausschließlich gegen Gegner aus dem hinteren Tabellendrittel.
Der Aufsteiger TSV Marktzeuln ist mit zehn Zählern aus vier Spielen furios gestartet und führte zwei Spieltage lang das Tabelau an. Mit sechs Pleiten in Folge stürzte das Team von Trainer Oliver Kellner auf Relegationsrang 13 ab. Der Neuling aus dem Landkreis Lichtenfels stoppte seinen freien Fall zwar zum Ende der Vorrunde, doch die letzten beiden Partien gingen erneut verloren, so dass Zeuln im Tabellenkeller festsitzt.
Nachfolgend die Zwischenbilnaz der Vereinsvantwortlichen.


TSV Ebensfeld

Thomas Häublein (Abteilungsleiter des TSV Ebensfeld, 2. Platz/32 Punkte): "Nach dem unglücklichen Abstieg aus der Landesliga fiel die Mannschaft zu Beginn der Serie in ein Loch. Zudem musste der Abgang der beiden Stammkräfte Tommy Grünert und Dominik Eideloth verkraftet werden. Obwohl die Mannschaft nach einer zwar kurzen, aber guten Vorbereitung zum Saisonstart in Bestbesetzung antrat, reichte es aufgrund ungewohnter individueller Fehler nur zu einem einzigen Sieg im Derby gegen den FSV Unterleiterbach. Die Jungs rauften sich jedoch zusammen und starteten nach dem verkorksten Saisonstart dann richtig durch. Die Initialzündung erfolgte mit dem Spiel in Marktzeuln, als wir nach der Halbzeitpause durch Tore von Benedikt Quinger und Florian Häublein die Partie noch drehten. Die beiden trafen dann ab diesem Zeitpunkt - oft in Szene gesetzt vom unermüdlichen Spielführer und Vorlagengeber Kevin Popp - fast nach Belieben und waren damit maßgeblich am Erfolg beteiligt. Zudem stabilisierte sich auch die anfangs anfällige Defensive und ließ kaum noch Tore zu. Es folgte eine Serie von elf Spielen ohne Niederlage, was nun zur Winterpause mit Platz 2 belohnt wurde. Damit liegen wir zur Winterpause absolut im Soll."


SpVgg Ebing

Bernhard Landgraf (Abteilungsleiter der SpVgg Ebing,

3./32): "Eigentlich standesgemäß begann die Saison mit einer Niederlage. Auch in den weiteren Spielen musste sich die Mannschaft erst finden. Trainer Heiner Dumpert musste die Neuzugänge integrieren und aus den Spielern eine Einheit formen. So gab es einige spektakuläre Ergebnisse, wie der 6:3-Heimsieg über Unterleiterbach oder die 3:5-Niederlage zu Hause gegen Bosporus Coburg. Danach war das Team eingespielter und die Abwehr stabiler, jedoch kam es des Öfteren zu Unkonzentiertheiten, und manch Gegentreffer konnte man nicht vermeiden. Nur noch zwei Niederlagen kamen hinzu, zu Hause gegen Tabellenführer Sonnefeld und die unglückliche Niederlage in Ebensfeld. Platz 3 zur Winterpause kann sich sehen lassen. Doch ist die Bezirksliga ausgeglichener geworden, keine Begegnung ist ein Selbstläufer. Zum Start im März hoffen wir auf die Rückkehr der verletzten Spieler, so dass unsere Mannschaft noch breiter aufgestellt ist".


FSV Unterleiterbach

Gerald Eberlein (Abteilungsleiter des FSV Unterleiterbach, 12./17): " Zu Beginn der Serie konnte Trainer Lutvi Jefkay nicht auf einige etablierte Spieler zurückgreifen, da sich in der Vorbereitung einige verletzt hatten bzw. wegen Urlaub ausfielen. So dauerte es bis zum sechsten Spiel gegen Stegaurach, um den ersten Dreier der Saison einzufahren. Ein großes Manko ist die mangelnde



Chancenauswertung. Dadurch wurden Spiele aus der Hand gegeben oder endeten mit einem Remis wie die Heimspiele gegen Mönchröden und Mitwitz, die sich wie Niederlagen anfühlten. Nichtsdestotrotz ließ sich unser Trainer dadurch nicht aus der Bahn werfen und arbeitete akribisch weiter. Von den letzten vier Spielen vor der Winterpause konnten drei gewonnen werden. Wir hoffen, dass diese Euphorie mit ins neue Jahr überschwappt und weiter emsig Punkte gesammelt werden. Somit sollte das angestrebte Ziel Klassenerhalt keine Utopie sein."


TSV Marktzeuln

Dieter Rauch (Abteilungsleiter des TSV Marktzeuln (14./15): "Bei uns waren zwei Aspekte im bisherigen Saisonverlauf prägend. Zum einen die Aufstiegseuphorie, die zweifellos da war und die uns nach vier Spieltagen und zehn Punkten die Tabellenführung eingebracht hat. Zum anderen das Verletzungspech, das ich, in den 25 Jahren seitdem ich sportlicher Leiter bin, so noch nicht erlebt habe. Uns fehlten zeitweise fünf Leistungsträger. Andreas Frank hat nur drei Spiele absolviert, Daniel Jahn fiel wie André Bergmann einige Zeit aus, doch am meisten hat uns der Ausfall von Innenverteidiger Tobias Schütz getroffen, der uns seit langem fehlt. Dazu mussten sich Florian und Johannes Rauch mit Wehwehchen durchschleppen. Maximilian Leffer, der im Oktober zu uns stieß, muss sich jetzt am Meniskus operieren. Er wäre mit seiner Landesligaerfahrung eine Verstärkung. Aufgrund dieser vielen Ausfälle wurde es in unserem guten Kader, der zu zwei Dritteln aus Marktzeulnern besteht, schon etwas dünn. So hat sich unsere routinierte Offensivkraft Ulrich Backert bereit erklärt, als Innenverteidiger aufzulaufen, um die Abwehr zu stabilisieren. Er fehlt uns dann allerdings vorne. Trotz des 14. Tabellenplatzes bin ich aber guter Hoffnung, dass wir mit komplettem Kader und unserem engagierten Trainer Oliver Kellner nach der Winterpause zumindest einen Relegationsplatz halten. Für den direkten Ligaverbleib müssten wir schon eine Serie hinlegen, was in der starken Bezirksliga nicht leicht ist. Aber noch ist nichts verloren. Selbst ein Abstieg wäre kein Beinbruch. Positiv überrascht bin ich vom Zuschauerzuspruch. Mit 200 Besuchern pro Heimspiel bin ich sehr zufrieden. gefa/us

BEZIRKSLIGA
oberfranken WEST
1 . TSV Sonnefeld 17 35: 11 41
2 . TSV Ebensfeld 17 32: 18 32
3 . SpVgg Ebing 18 34: 26 32
4 . FC Oberhaid 17 31: 19 28
5 . DJK Bamberg II 18 32: 31 27
6 . Bosp. Coburg 18 26: 19 27
7 . FC Mitwitz 17 31: 24 27
8 . TSV Mönchröden 17 29: 28 23
9 . Breitengüßbach 16 30: 35 22
10 . ASV Kleintettau 18 32: 35 22
11 . SV Merkendorf 17 23: 25 22
12 . TSV Schammelsd. 16 18: 28 17
13 . Unterleiterbach 17 22: 32 17
14 . TSV Marktzeuln 15 21: 26 15
15 . SpVgg Stegaurach 17 16: 26 13
16 . TV Ebern 17 13: 42 7


TORSCHÜTZENLISTE
16 Tore: Kutzelmann (FC Oberhaid). - 12 Tore: Häublein (TSV Ebensfeld). - 10 Tore: Dippold (SpVgg Ebing), Kremer (TSV Marktzeuln), Mayer (TSV Breitengüßbach), Renk (TSV Sonnefeld). - 9 Tore: Späth (TSV Mönchröden). - 8 Tore: Walter (TSV Mönchröden) , B. Quinger (TSV Ebensfeld), L. Scheler (TSV Sonnefeld)