Unter der bewährten Führung von Heinz Krausenberger stiegen die Donnerstags-Wanderer vom Rhönklub-Zweigverein Bad Kissingen von Henneberg steil hinauf zur Ruine Henneburg. Von dort gab es eine wunderbare Aussicht - und das bei goldenem Oktoberwetter. Weiter führte der Weg durch die schöne Herbstlandschaft nach Bauerbach und dort zum Besuch des Schiller-Museums.
Das Wohnhaus des Rittergutes Bauerbach bei Meiningen stammt aus dem 16. Jahrhundert und diente Friedrich Schiller nach seiner Flucht aus Stuttgart als Asyl. Henriette von Wolzogen, die Mutter eines ehemaligen Mitschülers, überließ Schiller vom 7. Dezember 1782 bis zum 24. Juli 1783 drei Räume des Obergeschosses.
Neben verschiedenen Studien und dramatischen Plänen skizzierte Schiller hier erste Entwürfe zu "Don Carlos" und arbeitete an "Louise Millerin", später "Kabale und Liebe" genannt, das er im Juli 1783 vollendete.
Bereits 1847 erhielt der von Schiller als Arbeitszimmer genutzte Raum den Charakter einer kleinen privaten Gedenkstätte. Seit 1905 ist er der Öffentlichkeit ständig zugänglich. 1934 erwarb die Nationalstiftung "Schiller in Bauerbach" das Gutshaus aus Privathand und richtete es als Museum ein. 1995 wurde es von der Klassik Stiftung Weimar vollständig restauriert.
Erstaunlich, dass schon im 18. Jahrhundert diese Räume mit kunstvoll gestalteten Heizkörpern versehen und zentral beheizt wurden. Auch das Original-Bett und der Original-Schreibtisch sind noch vorhanden.
Beeindruckt vom Museum und der wunderbaren Rhön-Landschaft, außerdem gestärkt durch die Einkehr in Bauerbach, führte der Weg dann noch einmal an der Henneburg vorbei zurück zur Ortschaft Henneberg und dann auf den Heimweg. Es war ein ausgefüllter und sehr zufriedenstellender Spätsommertag. red