Auch 2016 sollen die geologischen Wanderungen - geführt vom Jenaer Geologen Mattias Man und Siegfried Scheidig vom Schiefermuseum in Ludwigsstadt - fortgeführt werden. Diesmal wird die Schieferbergbauregion bei Ludwigsstadt vorgestellt. Der Oertelsbruch, der Wiege des Oertelschen Schieferimperiums, ist am Samstag, 2. April, Ausgangspunkt der rund fünf Kilometer langen Wanderroute. Der Naturforscher Alexander von Humboldt hatte bereits erkannt, dass dieser Dachschieferbruch mit dem zu Lehesten "einerlei Lagerstätte sei".
Aufgrund eines alten Bergsturzes lassen sich hier die geologischen Verhältnisse gut erklären und gewähren einen Blick in die Erdgeschichte des Übergangs vom Devon zum Karbon vor etwa 354 Millionen Jahren. Daher zählt dieser Schieferbruch zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Der Weg führt weiter zum sogenannten Schallersbruch mit seiner Aussichtskanzel über den 44 Meter tiefen Tagebau auf dem Plateau des Eisenbergs. Der Abbau entstand in nur 23 Jahren. 1910 war über diesen zu lesen: "Der frühere Schallersbruch, jetzt der Firma Fränkisch-Thüringische Schieferwerke GmbH in Lehesten gehörig, wird durch einen etwa 300 Meter langen Stollen betrieben. Die Förderung der zwei letzten Jahre betrug bei je 23 Arbeitern je 400 Tonnen." Von der wenige Meter entfernten Halde öffnet sich der Ausblick ins breite Tal der Taugwitz.
Der Rückweg führt über die Halden des "Liebesbruches", benannt nach einem seiner Besitzer (bergamtliche Bezeichnung: "Ferdinand") mit ihren vielfältigen Flechten und Moosen ins Bärenbachtal. Die mächtigen Halden, mittlerweile zum Teil bewaldet, lassen erahnen, dass es sich hier um den größten Schieferbruch Bayerns handelte.
Treffpunkt ist um 10 Uhr am westlichen Ortsausgang von Ludwigsstadt nahe des Geotops Oertelsbruch. Die Wanderung wird voraussichtlich vier bis fünf Stunden dauern. Für die ungefähr fünf Kilometer, während denen teilweise Anstiege warten, empfehlen die Veranstalter festes Schuhwerk. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen gibt es telefonisch bei der Naturparkverwaltung unter 036734/23090 sowie beim Schiefermuseum Ludwigsstadt unter 09263/974541. red