Nach Auffassung ihres neuen Kämmerers Jörg Hausam wird die Gemeinde von der Vergangenheit eingeholt. Bei der Vorlage des Vorberichtes zum Haushalt in der Sitzung des Heßdorfer Finanzausschusses wies er zwar auf eine Rücklage von weit über fünf Millionen Euro hin, die auf jahrelang unterlassene Ausgaben beim Bauunterhalt (Gebäude, Straßen und Kanäle) zurückzuführen seien.
Der Gesamthaushalt wird voraussichtlich rund 9,80 Millionen Euro betragen, davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 6,06 Millionen Euro, auf den Vermögenhaushalt 3,73 Millionen.
Aber umso geballter werde die Gemeinde in den kommenden Jahren investieren müssen und nach dem Finanzplan nicht nur die Rücklagen aufbrauchen, sondern auch Darlehen aufnehmen müssen. Für die Finanzplanung gab es Lob aus dem Gremium. "Das haben wir bisher eigentlich immer vermisst, jetzt haben wir einen Überblick bis 2019", erklärte Stefan Martin (CSU).
Auf der Einnahmenseite werde sich mit Sicherheit die Einwohnerstagnation negativ auswirken, sagte der Kämmerer voraus. Bis die geplanten Baugebiete bezogen seien und sich dies auf die Einkommenssteuerbeteiligung ausgewirkt habe, werden demnach einige Jahre vergehen. Trotzdem will der Kämmerer in diesem Jahr nochmals 410 000 Euro vom Verwaltungshaushalt dem Vermögenshaushalt zuführen.
Bei der Einkommenssteuerbeteiligung kalkuliert Hausam mit rund 3,2 Millionen Euro, 1,5 Millionen Euro soll die Gewerbesteuer in die Kasse bringen. Für die Planung des Wohngebiets "Heßdorf-Süd" sollen rund 300 000 Euro ausgegeben werden und in den nächsten Jahren weitere Millionen für Grundstückserwerb und Erschließung. Wie Bürgermeister Horst Rehder (BB) erläuterte, werden die Baugrundstücke für rund 150 000 Euro inklusive Erschließung vermarktet werden können.
Ein weiterer dicker Brocken wird der Klärwerksumbau mit rund 850 000 Euro in diesem Jahr und einigen Millionen auf mehrere Jahre verteilt, mit der Überleitung nach Erlangen. Wie berichtet steht auch die Generalsanierung der Hannberger Schule bevor. Im Finanzausschuss wurde vorgeschlagen, die geschätzten fünf Millionen Sanierungskosten über mehrere Bauabschnitte und Jahre zu verteilen. Weitere Investitionen werden notwendig für das bereits bestellte Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 und für das im Gemeinderat beschlossene Feuerwehrgerätehaus.
Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig, die Annahme des Haushaltes zur Sitzung Ende April.