1000 Geldscheine mit dem Kulmbacher Wahrzeichen als Motiv haben die Freunde der Plassenburg im Beisein von Oberbürgermeister Ingo Lehmann an den Museumsshop geliefert. Die Banknote mit dem Nennwert 0 Euro hat die Größe eines 20-Euro-Scheins und wird nicht von der Europäischen Zentralbank, sondern vom Verein Freunde der Plassenburg herausgegeben.

Die Banknoten sind auf dem gleichen Papier wie echte Euroscheine gedruckt, außerdem verfügen sie über eine Reihe der wichtigsten Sicherheitsmerkmale des regulären Zahlungsmittels wie Wasserzeichen, Kupferstreifen, Hologramm, Durchsichtsregister, Sicherheitshintergrund, fluoreszierende unsichtbare Tinte und eine individuelle Seriennummer, die bei jedem Schein einzigartig ist.

In Frankreich erfunden

Damit auch wirklich niemand auf den Gedanken kommt, die Scheine als Zahlungsmittel nutzen zu wollen, wurde deutlich der Hinweis "Eurosouvenir" aufgedruckt. Erfunden hat den Null-Euro-Schein im Jahr 2015 der Franzose Richard Faille.

Der Schein stellt das Kulmbacher Wahrzeichen als Collage grandios in Szene. Als detailreiche und feinst ausgeführte violette Grafiken sind die Südfassade, die Arkaden des Schönen Hofs und das Reiterstandbild von Markgraf Christian aus dem Kasernenhof auf der Vorderseite dargestellt.

"Die Vorlagen für diese Grafiken stammen von Mitgliedern der Freunde der Plassenburg, die Schlösserverwaltung gab die Erlaubnis, die Burg auf einem Souvenierschein darstellen zu lassen", erläuterte Vorsitzender Peter Weith bei der Übergabe der Banknoten an OB Ingo Lehmann. Der Null-Euro-Schein sei zwar ein Souvenir, werde allerdings in derselben Druckerei hergestellt, die auch die tatsächlichen Euro-Banknoten für eine ganze Reihe von EU-Mitgliedsstaaten produziert: Oberthur in Colombes bei Paris.

Die Idee kam Weith während einer Tagesfahrt der Freunde der Plassenburg 2019 nach Regensburg ins neue Museum der Bayerischen Geschichte. Der dortige Museumsreferent Timo Nüßlein, ebenfalls Kulmbacher und Mitglied der Freunde der Plassenburg, stellte damals einen Null-Euro-Schein als Werbemaßnahme seines Hauses vor. "So etwas könnten wir auch zur Plassenburg herausgeben", schoss es Weith durch den Kopf. Seinem Vorschlag stimmte der Vorstand einmütig zu. "Jeder Schein ist einzigartig, denn jeder hat eine eigene Seriennummer."

Eine ganze Reihe von international bekannten Museen, Denkmälern, Städten und Freizeiteinrichtungen haben in den vergangenen fünf Jahren Null-Euro-Scheine mit grafisch ansprechenden Motiven angeboten, darunter der Eiffelturm in Paris, der Petersdom in Rom, das Brandenburger Tor in Berlin und die Akropolis in Athen.

Illustre Gruppe

Seit dieser Woche reiht sich die Plassenburg in diese illustre Gruppe ein. Die Souvenir-Banknoten erfreuen sich bei Touristen wie auch bei einer immer größer werdenden Sammlergemeinde hoher Beliebtheit. "Noch bevor wir die Geldscheine in den Verkauf gegeben haben, lagen uns schon für mehr als 300 Plassenburg-Banknoten Bestellungen vor", teilte Weith mit. Der Verein hat eine Auflage von 3000 Exemplaren drucken lassen.

Die Sammlergemeinde ist international, Tauschbörsen und Treffen finden oft an den Orten statt, die solche Souvenirscheine zieren. Einen offiziellen Geldwert haben die Scheine zwar nicht, doch unter Sammlern werden einige mit dreistelligen Eurobeträgen gehandelt.

OB Lehmann zeigte sich begeistert: "Ich denke, dass die Rechnung aufgehen wird und durch die Herausgabe eines solchen Souvenirscheins der Bekanntheitsgrad der Plassenburg weiter steigen kann." Peil.