Am Tag ihres 100. Geburtstages steht für die SpVgg Bayreuth der zweite Ligaauftritt der neuen Regionalligasaison an. Am Freitag (18.30 Uhr) gastieren die Altstädter beim ausgemachten Angstgegner SpVgg Greuther Fürth II. Die vergangenen fünf Partien gegen das kleine Kleeblatt verloren die Bayreuther allesamt.

"Zeit das zu ändern", sagt Trainer Timo Rost, wie sein Trainerstab um Athletikcoach Michael Geret, Torwarttrainer Udo Gans und einige seiner Spieler mit einer Fürther Vergangenheit aufwartend. Zwei Jahre lang hatte er den aufstrebenden Nachwuchs der Fürther unter seinen Fittichen. Bis auf Johannes Golla trainierte er alle anderen heute in Bayreuth aktiven Ex-Kleeblättler damals schon: Lukas Zahaczewski, Tim Danhof, Daniel Steininger, Benedikt Kirsch und Stefan Maderer. Hinter dem Einsatz von Letzterem steht ebenso wie hinter Ex-Kapitän Anton Makarenko noch ein Fragezeichen. Definitiv ausfallen werden Patrick Weimar (Muskelfaserriss) und Edwin Schwarz nach seiner Roten Karte in Rain.

"Der Auftritt in Rain war schon richtig gut", sagt Rost nach dem Auftakt, dem eine sehr kurze Vorbereitung mit nur einem Testspiel voranging. Der Grund für die Gemütslage des Ex-Profis ist einfach erklärt. Eine halbe Stunde lang musste seine Mannschaft nach der Roten Karte in Unterzahl dagegenhalten.

Offensiv in Unterzahl

Doch anstatt den knappen 1:0-Vorsprung nur zu verteidigen, suchten die Bayreuther ihre Chance in der Offensive. Mit Erfolg. Mit dem starken Youngster Tobias Stockinger und Tim Danhof trafen zwei Einwechselspieler und sorgten für die erste Tabellenführung der Altstadt nach vielen Jahren. "Die Jungs haben eine richtig gute Mentalität gezeigt", zollte Rost seinem Team Respekt. Der will den Sieg aber nicht überbewerten. "Ein wichtiger Schritt, gut in die Saison gestartet zu sein", sagt er, "wichtiger ist aber, dass viele Vorgaben gut umgesetzt wurden."

Neben Stockinger und Manndecker Tobias Weber verdiente sich dabei Neuzugang Benedikt Kirsch ein Sonderlob in einer homogen auftretenden Mannschaft. Insbesondere im ersten Durchgang erwies sich der zweitligaerfahrene Neuzugang als Dreh- und Angelpunkt im Umschaltspiel. Wenig überraschend.

Weit mehr überraschte, dass Kirsch auch die Kapitänsbinde überstreifte, die bislang Anton Makarenko trug. Der Routinier, angeschlagen in Rain nicht dabei, hat diese freiwillig weitergereicht, um sich noch mehr auf sein Spiel zu konzentrieren. "Ein überragender Wesenszug", so Rost in Richtung Makarenko. Den Nachfolger bestimmte er in Absprache mit dem fünfköpfigen Mannschaftsrat, aus dessen Kreis er den neuen Kapitän sehen wollte. "Das war keine Entscheidung gegen die vier anderen", sagt der Trainer, "aber Bene ist auf dem Feld derjenige, der Kraft seiner Rolle am meisten Einfluss nach hinten und nach vorne hat."

Noch Verbesserungspotenzial

Vor dem Gastspiel bei seinem ehemaligen Arbeitgeber in Fürth sieht Rost dennoch noch Luft nach oben. "Wir müssen früher unsere Tore machen", fand er einen Ansatzpunkt zur Verbesserung. Am besten schon in Fürth. "Wir wollen an die in Rain gezeigte Leistung anknüpfen", sagt er, "da viele Spieler und ich eine Fürther Vergangenheit haben, freuen wir uns richtig auf das Spiel!" red