Herzogenaurach — Der Kulturausschuss machte einen weiteren Schritt in Richtung des Prädikates "Sportstadt Herzogenaurach" und stellte dafür die Weichen. Immerhin sind nach dem Ergebnis einer Umfrage rund 77 Prozent der Herzogenauracher sportlich aktiv und nehmen auch bei der Bewegungsfreundlichkeit einen der vorderen Plätze ein.
Bei der Sportentwicklungsplanung wurde die Planungsphase mit Entscheidungsträgern aus dem Bereich des Sports, Vereinssportrat, Schulen, politischen Vertretern, weiterer Zielgruppen und aus Unternehmen abgeschlossen und kurz dem Stadtrat vorgestellt. Der gibt Aufschluss darüber, wie sportlich die Herzogenauracher sind, und wo es in der Stadt an sportlichen Angeboten oder Möglichkeiten mangelt.
Die Zahlen und der Maßnahmenkatalog zeigen, dass die Herzogenauracher im Vergleich zu anderen Kommunen sehr sportlich sind. Weit vorne stehen Laufen, Joggen, Walken und Radfahren. So freuen sich auch kommerzielle Einrichtungen großer Beliebtheit. Auch die Beteiligung am offenen Ganztagsangebot in den Grundschulen und die Unterstützung des Bewegungsangebotes in den Kitas stehen im Maßnahmenkatalog. Schließlich ist im Maßnahmenkatalog von "bewegungsfernen" Kindern und Jugendlichen die Rede.
Fast 50 Handlungsempfehlungen für den kommunalen Sport sind schließlich formuliert worden. Bürgermeister German Hacker (SPD) stellte nun im Kulturausschuss den Maßnahmenkatalog vor, der in Workshops erarbeitet wurde.

Die Prioritäten festlegen

"Wir sprechen hier von einer Zeitspanne der Umsetzung von zehn bis 15 Jahren" erklärte Hacker und plädierte für eine strukturierte Vorgehensweise. Schließlich könnten die 50 Maßnahmen weder finanziell noch personell zusammen begonnen werden. Deshalb war es die Aufgabe des Kulturausschusses, eine Steuerungsgruppe ins Leben zu rufen. Diese Gruppe hat die Aufgabe, Prioritäten festzulegen und sich im Detail mit den Maßnahmen auseinanderzusetzen, damit die notwendigen finanziellen Mittel im Haushalt berücksichtigt werden können.
Nach der Verabschiedung des Stellenplanes will Bürgermeister Hacker eine halbe Stelle schaffen, um in enger Zusammenarbeit mit der Steuerungsgruppe und der Verwaltung die Voraussetzungen für die Umsetzung der jeweiligen Projekte zu koordinieren, damit politische Entscheidungen getroffen werden können. "Das ist eine heftige Geschichte, und mit ein paar Sitzungen im Jahr ist das nicht getan", meinte Kurt Zollhöfer (CSU).
"Der Sportentwicklungsplan liefert die Voraussetzung für eine aktive und kreative Kommunalpolitik mit neuen Planungskonzepten", führte Hacker aus. Denn neben dem Wettkampfsport bekämen auch der Breiten- und der Erlebnissport eine immer größere Bedeutung.
Ein "Sportstätten-Management" soll deshalb nicht mit Wünschen, Erwartungen und Verheißungen verbunden werden. Erwartungen und Verheißungen laufen darauf hinaus, dass Probleme des Sportstättenbaus einfacher, schneller, kostengünstiger, nachhaltiger, einvernehmlicher gelöst werden können.
Es handelt sich dabei um einen neuen Begriff für alte Aufgaben: Es geht um Planung, Bau, Betrieb von Sportstätten, unter Einbeziehung der vorhandenen Sportstätten. Dazu gehören ein optimale Nutzung der vorhandenen Sporthallen ebenso wie wohnortnahe Sportangebote in Grünanlagen und Parks.
Davon profitieren sollen natürlich alle Altersgruppen, und auch der Schulsport soll mit einbezogen und bei den Ganztagsgruppen eher noch ausgeweitet werden.
Ziel soll sein, den Mangel an geeigneten Sportstätten zu beheben und auch die Zahl der ehrenamtlichen Helfer, aber auch die Ausbildung neuer Übungsleiter stärker zu fördern.
Gerade auch die Vereine hätten in Zukunft nur dann eine bessere Chance, wenn sie den veränderten Bedürfnissen der Sportler gerecht und mehr offene Sportangebote schaffen. Deshalb müssen sich nicht nur die Stadtplanung, sondern auch die Vereine auf Veränderung und auf die neue Situation einstellen.
Am Ende der Sitzung wurden die elf Mitglieder der Steuerungsgruppe benannt: Neben dem Bürgermeister sind die Verwaltung, der Vereinssportrat, die Arbeitgeber und die vier Stadtratsfraktionen vertreten. Optional und je nach Maßnahme werden Schulen, Senioren sowie Behindertenvertretung und der Arbeitskreis Mitbestimmung mit einbezogen. Sae