49 Fahrzeuge, 115 Mitarbeiter und 230 kleine und große Fahrgäste zu koordinieren, das ist schon im Normalbetrieb nicht immer einfach. Andreas Dennert ist bei der Johanniter-Unfallhilfe Oberfranken bereits seit 29 Jahren für den Linienfahrdienst für Menschen mit Beeinträchtigungen zuständig. Seine Mitarbeiter bringen täglich Kinder und Erwachsene in Scheßlitz, Bamberg, Kronach, Himmelkron und Burgkunstadt zu ihren Förderschulen oder in ihre Werkstätten und holen sie nach Schulschluss oder Arbeitsende wieder ab.

Den 62-Jährigen bringt so leicht nichts aus der Ruhe, doch Corona war auch für ihn und sein Team eine echte Herausforderung. "Flexibel sein müssen wir immer. Stundenpläne ändern sich, Kinder werden krank und Fahrzeuge fallen aus", so Dennert. Doch durch die Pandemie wurde alles anders: "Lockdown, dann Wechselunterricht, Distanzunterricht, Notbetreuung - das heißt, dass ständig neue Fahrpläne geschrieben werden müssen", so Dennert. Fahrer müssen informiert werden, ebenso die Eltern und die Einrichtungen: "Manchmal waren die neuen Pläne gerade fertig und gedruckt, als schon die nächste Änderung gemacht werden musste."

Ständiges Hin und Her

Oft standen die Busse aber auch einfach still. "Das war eine sehr schwere Situation. Unser Ziel war es, trotzdem alle Mitarbeiter halten zu können", so der Fahrdienstleiter. Dies gelang durch große Anstrengungen im Regionalverband, durch Kurzarbeit und Flexibilität der Mitarbeiter, die auf andere Linien auswichen. Da aufgrund der Abstandsregeln nur noch vier Fahrgäste in einem Fahrzeug mitgenommen werden durften, mussten dann wieder teilweise Linien doppelt besetzt werden. Ein ständiges Hin und Her.

Dazu kommen die Sorgen der Mitarbeiter, die Angst vor Ansteckung, das lange Warten auf die Impfung: Die Impfpriorität für das Personal im Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen wurde erst spät heraufgesetzt. Natürlich gelten auch in den Bussen der Johanniter-Unfallhilfe strenge Hygieneregeln. Die entsprechenden Maßnahmen haben inzwischen alle verinnerlicht: Masken, Abstand, Händedesinfektion.

Aber auch das war am Anfang eine Herausforderung: "Auch wir haben zu Beginn der Pandemie mit Engpässen und hohen Preisen gekämpft. Die zusätzlichen Kosten für Desinfektionsmittel, Masken oder Handschuhe sind für unseren Verband eine Belastung und natürlich musste man in den vergangenen Monaten auch viel erklären und besprechen", so Dennert.

Kinder sollen wissen, was sie erwartet

Nicht zuletzt war es vor allem auch für die Kinder, die von den Johannitern gefahren werden, eine schwere Zeit: "Uns ist es wichtig, dass die Kinder im Normalfall mit ihrem gewohnten Fahrer und Beifahrer unterwegs sind. So wissen unsere Fahrgäste, was sie erwartet, und unsere Mitarbeiter kennen die besonderen Bedürfnisse der Kinder. Das gibt Sicherheit."

In den vergangenen Monaten mussten die Kinder immer wieder mit Veränderungen klarkommen: neue Abholzeiten, andere Fahrer, andere Mitfahrer. Das war nicht immer einfach. Dennert: "Ich denke, alle sind nun umso glücklicher, dass so langsam wieder etwas Normalität eingekehrt ist. Die Kinder sind froh, wieder in die Schule zu können und diese Freude motiviert auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hoffen wir, dass es so bleibt." red