Gläubige aus den Pfarreien Hannberg und Weisendorf hatten sich bei strahlendem Wetter in einer Bittprozession zur Valentinskapelle in Obermembach auf den Weg gemacht. Als Termin steht alljährlich der Montag in der Bittwoche im Kalender.

Dieser Brauch ist aus der Tradition entstanden, dass sich die Pfarreien Büchenbach, Hannberg und Herzogenaurach mit Pfarrwallfahrten gegenseitig besuchten. Dabei war es früher Brauch, dass aus jedem Haus in der Pfarrei mindestens ein Mitglied bei den Bittprozessionen dabei war.

Nach Büchenbach führte die Hannberger Gläubigen ihr Weg stets am Markustag (25. April). In der Woche vor Christi Himmelfahrt ist am Dienstag Hesselberg Ziel einer Bittprozession, am Mittwoch Dechsendorf. Am Freitag begaben sich die Weisendorfer nach Reuth.

Der angestiegene Verkehr machte diesen Brauch jedoch zu gefährlich. Aus diesem Grund nahm unter Pfarrer Hans Sterzl der Bittgang nach Obermembach seinen Anfang. Ursprünglich auf den 1. Mai terminiert, wurde er später auf den Montag vor Christi Himmelfahrt verlegt.

Begünstigt vom guten Wetter haben die zahlreichen Gläubigen aus Großenseebach, Hannberg, Hesselberg, Weisendorf und Reuth am Bittgang zur Valentinskapelle in Obermembach teilgenommen.

Ausgangspunkt für die Bittprozession ist die Wehrkirche St. Mariae Geburt und Katharina in Hannberg. Der Weg führte die Pilger am Montag über Großenseebach, wo sich weitere Gläubige anschlossen, durch den Wald nach Obermembach.

Ein zweiter Zug aus Weisendorf und Reuth vereinigte sich damit, so dass die beiden Gruppen gemeinsam in Obermembach ankamen. Musikalisch begleitet wurden die Bittgänger von Mitgliedern der FW-Jugendkapelle aus Großenseebach.

Unter großer Anteilnahme der Gläubigen feierte Pfarrer Johannes Saffer in Obermembach das Feldfrüchteamt vor der Kapelle, da diese die bei diesem Anlass überaus zahlreichen Pilger natürlich nicht fassen konnte. Für die Vorbereitung vor Ort sorgte die Familie Thomann. Im Anschluss an den Gottesdienst in Obermembach blieb genügend Zeit zur Stärkung, bevor die Gläubigen den Rückweg antraten.

Die Valentinskapelle in Obermembach wurde im Jahr 1725 als Stiftung von Margarethe Gumbmann errichtet. Nunmehr befindet sich die Kapelle auf dem Grundstück von Philipp Thomann, der sich auch um die Kapelle kümmert. Sie wurde im Jahr 1962 umgestaltet.