Da wirft Christian Radina (CSU) der Opposition "asoziales Verhalten" vor und spricht von einer "Freak-Show", da sagt 3. Bürgermeister Axel Knauff (SPD) in Richtung Bürgermeister Helmut Blank (CSU): "Sie können mich gerne verklagen." Und letztendlich erklärt sich der Rathauschef noch nicht einmal bereit, mit dem Abriss des Hallenbades zu warten, bis die von 1000 Menschen geforderte Bürgerversammlung dazu stattgefunden hat. Dabei versteckt er sich - wie so oft in letzter Zeit - hinter dem Willen der Stadtratsmehrheit, den er schließlich nur umsetze.
Elf Nägel sind am Montag in den Sarg des Hallenbades getrieben worden, zehn bleiben draußen. Wahrscheinlich sind die elf Nägel genug, um das Hallenbad an einer Auferstehung zu hindern, aber darum geht es im Stadtrat schon längst nicht mehr nur.
Es ist gleich, wie man zum Hallenbad steht: Die Mehrheit blockt, und die Opposition hat auch schon eine glücklichere Figur gemacht. Fakt ist jetzt eins: Die "Freak-Show" im Stadtrat hat einen Tiefpunkt erreicht. Man sollte davon ausgehen, dass das Niveau nicht noch mehr sinken kann, Wetten würde ich darauf allerdings nicht abschließen.
Aber man könnte die traurige Geschichte von einer anderen Seite sehen: Ein Zuhörer hat am Montag seine Lieblings-Fernsehsendung verpasst, weil er die Sitzung spannender fand. Inspector Barnaby hat das Rennen diesmal verloren. Mit einem Krimi würde ich die Stadtratssitzungen aber eher nicht vergleichen. Da fällt mir ganz spontan etwas anderes ein: die legendäre Muppet Show. Frei nach dem Motto: Jetzt tanzen alle Puppen ...