Herzogenaurach — Ungeahnte Einblicke in die Funktion einer Kanalschleuse erhielten Teilnehmer einer Exkursion der Volkshochschule Herzogenaurach mit Kreisheimatpfleger Manfred Welker in Kriegenbrunn.
Waren die Schleusen früher personell besser besetzt, so bedient jetzt Schichtleiter Herbert Schroll vier Schleusen: Erlangen, Kriegenbrunn, Nürnberg und Eibach werden von der Kommandozentrale in Kriegenbrunn aus gesteuert. Am Main beginnend, über Bamberg auf der sogenannten Nordrampe bis Hilpoltstein müssen die Schiffe 175,10 Meter Höhenunterschied bewältigen. Auf der Südrampe von der Donau bei Kelheim bis Bachhausen sind 67,80 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Die höchste Hubhöhe am Main-Donau-Kanal beträgt bis zu 24,67 Meter in Hilpoltstein.
In Kriegenbrunn betragen Hub- und Senkhöhe 18,30 Meter, wie die Besucher aus Herzogenaurach erfuhren. Die Nutzlänge des Beckens für die Schiffe beträgt 190 Meter, die Nutzbreite zwölf Meter.

Mit Sparbecken

Bei der Durchfahrt der Schiffe wird unterschieden zwischen einer Schleusung zu Berg und einer Schleusung zu Tal. "Jedes Schiff, das von oben kommt, bringt sein Wasser mit", erklärte Schroll. Ermöglicht wird das durch seitlich angelegte Sparbecken, in denen 60 Prozent des Wassers der Schleuse aufgefangen und beim nächsten Vorgang weiterverwendet werden können. Die Herzogenauracher konnten beobachteten, wie zwei Schiffe einfuhren. Die Hub- und Senkgeschwindigkeit beträgt einen Meter in der Minute. Die Schleusenkammer fasst 44 835 Kubikmeter Wasser, der Wasserverbrauch je Schleusung beträgt aber nur 18 375 Kubikmeter, da 60 Prozent des Wassers in die zwei aktiven Sparbecken überführt wird. Das Untertor ist als Hubtor, das Obertor als Hub- und Senktor ausgebaut.
Nach der Bauzeit von 1966 bis 1972 wurde die Schleuse Kriegenbrunn am 23. September 1972 in Betrieb genommen, die damaligen Baukosten betrugen 23 Millionen DM. Leere Schiffe haben freie Fahrt, gezahlt werden muss bei beladenen Schiffen nach Tonnage und Kilometer. red