Schon in der Nacht brachen die Bad Kissinger Bergfreunde auf, um nach zügiger Fahrt ins Virgental nach Osttirol zu gelangen. Von Bichl, einem Ortsteil von Matrei, machten sie sich dann auf zum Aufstieg zur Sajathütte. Da an diesem Tag starker Hochdruckeinfluss und hohe Temperaturen herrschten und noch dazu der Hang für den Aufstieg in der prallen Sonne lag, war dies eine schweißtreibende Angelegenheit. Nach zweieinhalb Stunden erreichten sie dann die Hütte. Da an diesem Nachmittag Gewitter durch die Wettervorhersage angekündigt waren, aber das Wetter überraschend stabil blieb, machten sich die Kletterer sofort auf, um noch den Gipfel der Roten Säule, direkt hinter der Sajathütte, zu besteigen. Nach eineinhalb Stunden Kletterei wurde der Gipfel auf 2820 m Höhe erreicht.
Am nächsten Tag brachen die Bergsteiger schon zeitig auf, um von der Hütte aus über den Tanzboden, einen teils versicherten Steig, hoch auf den Scherneskopf zu klettern. Von hier aus ging es dann weiter hinauf auf die Kreuzspitze in 3164 Metern Höhe, um bei besten Bedingungen einen grandiosen Rundblick bis in die Brenta Dolomiten in Norditalien zu genießen. Nach kurzer Rast erfolgte der Abstieg in die Tulpscharte. Zwei Bergsteiger legten kurzentschlossen ihre schweren Rucksäcke ab und bestiegen noch schnell die Tulpspitze. Anschließend ging es dann gemeinsam, bei sehr heißen Temperaturen, den Venediger Höhenweg hinab zur Johannishütte. Nachdem sich die Bad Kissinger Alpinisten etwas ausgeruht und gestärkt hatten, machten sie sich am Nachmittag an den Aufstieg zum Defreggerhaus, um hier ihr Quartier für die Nacht zu beziehen. Da für den folgenden Tag am späten Nachmittag Gewitter vorhergesagt wurden, beschlossen sie am Abend, am nächsten Tag schon sehr früh aufzubrechen, um den Gipfel des Großvenedigers zu besteigen. Der sehr erfahrene Fachübungsleiter des DAV Bad Kissingen, Edgar Kröckel, führte die zwei Seilschaften sicher über den Gletscher zum Vorgipfel. Von hier aus ging es dann mit voller Konzentration über einen schmalen Grat zum Gipfel des Großvenedigers auf 3662 m Höhe. Mit einem "Bergheil" am Gipfelkreuz freuten sich alle dann über den geglückten Aufstieg.
Da das Wetter beständig blieb, machten sich die Bergsteiger auf, mit voller Euphorie die beiden Nachbargipfel, die Hohe Aderl und das Rainerhorn, gleich noch zu besteigen.
Für den nächsten Tag hatten sich die Bergsteiger vorgenommen, den Schleinitzklettersteig zu bewältigen.
Bevor am folgenden Tag die Heimreise angetreten wurde, fuhren die Kletterer nach Unterpirkach, um den Klettersteig in der Pirknerklamm zu bezwingen. Dies war für alle ein überwältigendes Erlebnis, direkt neben den tosenden Fluten über Seilbrücken an den steilen Uferhängen entlangzuklettern.